Was tun wenn sich das Pferd festlegt?

Das Festlegen eines Pferdes in der Box ist wohl für jeden Pferdebesitzer ein Horrorszenario. Das liegt nicht nur an den vielen Geschichten, die darüber in Reiterkreisen kursieren, sondern an der realen Gefahr, der ein Pferd ausgesetzt ist, das sich festgelegt hat. Durch die Unbeweglichkeit können Nerven gequetscht werden und/oder Blutgefäße abgeklemmt werden. Das Eigengewicht des Pferdes kann die inneren Organe schädigen bis hin zum Tod bzw. zur erforderlichen Euthanasie.
 

Hilfe für ein festliegendes Pferd
 
 Kommt es zum Festliegen aufgrund von Wälzen – egal, ob in der Box oder am Weide-/Paddockzaun, ist sofort der Tierarzt zu verständigen und das festliegende Pferd zu beruhigen. Liegt es in der prallen Sonne oder ist sonstigen Wetterunbilden ausgesetzt, ist für einen entsprechenden Schutz zu sorgen. Zäune und Stangen sind in ausreichender Entfernung rund um das gefangene Pferd zu entfernen.
Dann – falls noch nicht vorher geschehen – wird das festliegende Pferd aufgehalftert und mit einem langen Strick oder einer Longe versehen. Sind genügend Helfer vor Ort, können im besten Fall die Hindernisse, die ein Aufstehen des Pferdes verhindern, entfernt werden. Dann wird das Pferd vorsichtig zum Aufstehen aufgefordert und gegebenenfalls entsprechend unterstützt. Ist dies nicht möglich, muss versucht werden, das Pferd in eine andere Lage zu bringen, aus der heraus es von selbst aufstehen kann.
Beim Festliegen an der Stall-/Boxenwand reicht es oft, das Pferd umzudrehen – was je nach Größe und Verhalten des Pferdes schwierig genug ist. Wichtig ist in jedem Fall, dass von den Helfern viel Ruhe ausgestrahlt wird, um dem Fluchttier zu signalisieren, dass es nicht allein ist und das keine Gefahr besteht.
Kommt es im Gelände zum Festliegen aufgrund eines (Reit)Unfalls oder weil das Pferd im Hänger gestürzt ist, sind umgehend Erste-Hilfe-Maßnahmen zu ergreifen, um weiteren Schaden an Mensch und Tier zu vermeiden.

Vorbeugung

Aus den bisherigen Ausführungen ist ersichtlich, dass auch hier Vorbeugen besser ist als Heilen. Boxen sollten ausreichend groß und vor allem rutschfest eingestreut sein. Paddocks und Weiden sind so einzuzäunen, dass ein ausreichender Bodenabstand gewährleistet ist bzw. ein Hängenbleiben des Pferdes nahezu unmöglich ist.
Die Gruppen sollten so zusammengestellt werden, dass es nicht zu unnötigen Rangeleien unter den Pferden kommt. Paddocks und Weiden sind je nach Größe der Herden entsprechend groß zu wählen, damit sich die Pferde ausweichen können.
Auch aus gesundheitlichen Gründen kann es zum Festliegen kommen, zum Beispiel bei Hufrehe, Kreuzverschlag und Kolik. Hier kann durch entsprechendes Futter- und Weidemanagement mit ausreichender Bewegung der Pferde – möglichst in Offenstallhaltung – vorgebeugt werden.
Beim Transport ist darauf zu achten, dass der Hänger einen rutschfesten Boden besitzt und so bemessen ist, dass das Pferd keine allzu große Bewegungsfreiheit hat.
Auf Ausritten sollte der Abstand zu Gräben und Böschungen groß genug gehalten werden, um ein Abrutschen zu verhindern. Mooriges Gelände sollte, wenn überhaupt, nur auf den ausgewiesenen (Reit)Wegen durchquert werden.

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Das Thema „Festlegen des Pferdes“ hat viele Facetten, ist immer gefährlich und sollte deshalb durch entsprechendes Stall-, Weide- und Futtermanagement möglichst ausgeschlossen sein. Kommt es dennoch einmal dazu, so gilt:
– Ruhe bewahren
– Tierarzt verständigen
– Helfer organisieren

Das festliegende Pferd sollte auf keinen Fall allein gelassen werden.
 
Hattet ihr schon mal den Fall? wie schlimm was es für euch und das pferd und was habt ihr getan…? Berichtet mal, denn auch wir können daraus lernen!!
Liebe Grüße, Marika

 

Sie ist das Herz von Horseland, mit viel Liebe und vor allem jahrelangen Erfahrung führt sie erfolgreich ihr Reitsportgeschäft. Sie selbst reitet seit 23 Jahren, besitzt zwei Pferde, um die sie sich, neben zwei Katzen und ihrer geliebten Jill, einer Straßenhündin – die sie aus dem Tierheim gerettet hat – fürsorglich kümmert. Ihre Devise lautet: „Erst das Pferd, dann der Reiter“
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2 comments

  1. Dagmar sagt:

    Meine Haflingerstute hat sich beim wälzen im Schnee fest gelegt, sie sackte auf den Rücken liegend immer tiefer ein und machte keine Anstalten sich alleine aus der Situation zu befreien. Ich habe in Windeseile rundherum den Schnee weggegraben und sie, es war leider nicht anders möglich, angeschrien und bin wie ein HB-Männchen um sie herumgerannt. Irgendwie hat sie sich dann doch in Bewegung gesetzt und ist von alleine wieder aufgestanden. Ich dachte echt mein Herz springt mir aus der Brust. Habe vorher sowas noch nie erlebt. War mir der Gefahr auch nicht bewusst und habe aus dem Bauch heraus gehandelt. Danach habe ich erst erfahren welche Gefahr sowas mit sich bringt.

    1. Marika Moga sagt:

      Hey Dagmar,

      das ist ja mal echt krass. Hätte nicht gedacht dass das im Schnee passieren kann. Kann deine Panik verstehen… Ich würde auch panisch werden aber genau das ist falsch. Man sollte stets ganz ruhig bleiben!!
      Hoffentlich passiert sowas nie wieder…
      Liebe Grüße,
      Marika

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