Der Beruf Pferdewirt – wirklich ein Traumberuf?

Der staatlich anerkannte Ausbildungsberuf Pferdewirt, mit üblicherweise drei Lehrjahren und Abschlussprüfung, ist dem Berufsfeld Landwirtschaft zugeordnet. Für viele Mädchen ist es ein Traumberuf. Damit es auch wirklich ein Traumberuf wird und bleibt, ist es unabdingbar, sich vor Antritt der Ausbildung ausreichend zu informieren und mindestens ein Praktikum zu absolvieren, ob man wirklich für diesen Beruf geeignet ist. Pferdewirt ist ein sehr vielfältiger und faszinierender aber gleichzeitig auch ein anstrengender Beruf. Die Berufsreiter bilden die wichtigste Säule in unserem Ausbildungssystem.


Für mich ist es ein Traumberuf und ich würde mich immer wieder dafür entscheiden. Ich liebe die Abwechslung in diesem Job … die Arbeit mit verschiedensten Pferden jeden Alters in unterschiedlichen Disziplinen, die einen immer wieder aufs Neue herausfordern. Zwischendurch Unterrichten, der Umgang mit Menschen (Kunden) und das gesamte Drumherum. Es wird nie langweilig! Allerdings ist es auch nicht immer einfach. Es ist ein Fulltimejob. Man verbringt oft 7 Tage die Woche mit den Pferden, bei Wind und Wetter und vielfach auch noch nach Feierabend. Geregelte Arbeitszeiten gibt es nicht und freie Wochenenden sind selten. Man muss körperlich fit sein, Ausdauer  und Einfühlungsvermögen besitzen, manchmal auch Nerven wie Drahtseile haben und Geschick im Umgang mit Kunden aufweisen. Dieser Beruf ist nicht irgendein Job, es ist eine Berufung/Lebensentscheidung hinter der man zu 100% stehen muss.

In dem Buch „FN-Handbuch Pferdewirt“ wird es so beschrieben:
Der Beruf des Pferdewirts ist vielschichtig und anspruchsvoll. Er setzt Leistungsbereitschaft und Willensstärke, genügend reiterliches Talent, Tierliebe, Gefühl für den Umgang mit dem Pferd und Geschick im Umgang mit Menschen voraus. Handlungs- und Fachkompetenz, Geduld, Ausdauer und Charakterfestigkeit sind unabdingbar. Geeigneten Personen bietet er eine Vielzahl von Möglichkeiten, Zufriedenheit, Anerkennung und Selbstbestätigung zu erlangen.

Seit dem 1.11.1975  wird der Beruf Pferdewirt durch das Berufsbildungsgesetz geregelt.

Mit der Änderung der Verordnung zum Beruf Pferdewirt vom 1.8.2010 erhielt der Beruf eine neue Struktur. Die neuen 5 Fachrichtungen sind folgendermaßen aufgebaut: 

  • Klassische Reitausbildung 
  • Pferdehaltung und Service 
  • Pferdezucht 
  • Spezialreitweisen -Westernreiten und Gangreiten- 
  • Pferderennen -Rennreiten und Trabrennfahren

Voraussetzungen für den Beruf und Tätigkeitsschwerpunkte in den einzelnen Fachrichtungen:
Jeder angehende Pferdewirt (egal welcher Schwerpunkt) muss zu Beginn eine abgeschlossene Schulausbildung besitzen.
Folgende Ausbildungsinhalte werden während der gesamten Ausbildung im Betrieb, in der Berufsschule sowie evtl. auch durch außerbetriebliche Maßnahmen vermittelt:

  • Tiergerechte Pferdehaltung und Pferdefütterung 
  • Tierschutz und Tiergesundheit 
  • Ausbildung und Vorbereitung von Pferden für Zucht und Leistungsprüfungen 
  • Betriebliche Abläufe und Organisation; betriebswirtschaftliche Zusammenhänge 
  • Dienstleistungen, Kundenorientierung und Marketing 
  • Pferdezucht und Pferdeaufzucht 
  • Ausrüstung; Einsatz von Maschinen, Geräten und Betriebseinrichtungen 
  • Aufbau und Organisation des Ausbildungsbetriebes 
  • Berufsbildung, Arbeits- und Tarifrecht 
  • Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit 
  • Umweltschutz 
  • Naturschutz, ökologische Zusammenhänge und Nachhaltigkeit 
  • Qualitätssichernde Maßnahmen

Für Pferdewirte ist Charakterfestigkeit eine unschätzbare Eigenschaft, da man mal mehr, mal weniger im Blickpunkt der Öffentlichkeit steht und eine Vorbildfunktion übernimmt. Neben Tierliebe und Geduld sind Disziplin und Durchhaltevermögen angesagt. Das Wohlergehen des Pferdes steht über den persönlichen Interessen.

Für die Ausbildungsfachrichtung Klassische Reitausbildung sind reiterliches Talent und Leistungsbereitschaft besonders wichtige Eigenschaften. Wer sich für diesen Berufszweig entscheidet sollte ein durchweg sportlicher Typ sein und ein gutes Koordinations-, Takt- und Balancegefühl beweisen sowie Einfühlungsvermögen und Willensstärke. 
Pferdewirte der Fachrichtung klassische Reitausbildung üben einen Dienstleistungsberuf mit pädagogischen Schwerpunkten aus. Ohne Kontaktfreudigkeit und Geschick im Umgang mit Menschen kommen sie daher nicht aus. Darüber hinaus muss man psychologisches Einfühlungsvermögen beweisen, ein kundenorientiertes Auftreten an den Tag legen, aufgeschlossen und kommunikativ sein. Die reiterliche Vorbildung muss schon zu Beginn der Ausbildung ein gewisses Niveau besitzen, sonst kann das Prüfungsziel in der kurzen Zeit nicht erreicht werden.

Zu den Aufgabengebieten des Pferdewirtes „Klassische Reitausbildung“ gehören u.a.: 

  • die funktionelle Pferdebeurteilung 
  • die vielseitige, klassische Ausbildung des Pferdes 
  • die zielgruppenorientierte, klassische Ausbildung von Reiterinnen und Reitern und 
  • die Vorbereitung und Vorstellung von Pferden bei Leistungsprüfungen 

Prüfungsbereiche mit beispielhaften Inhalten und deren Gewichtung sind:

Dressurausbildung (20 %) 

  • selbstständiges dressurmäßiges Arbeiten von Pferden auf Trense und Kandare und reiten einer Dressurreiterprüfung der Klasse L 
  • Analyse von Exterieur, Interieur und Ausrüstung 
  • Daraus ableiten, wie das jeweilige Pferd gemäß der Reitlehre und der gestellten Aufgabe, bzw. des Ziels gearbeitet werden muss 

Springausbildung (20%) 

  • Selbständiges arbeiten von Pferden an, bzw. über Sprüngen und rieten einer Stilspringprüfung der Klasse L mit Standardanforderungen 
  • Analyse von Exterieur, Interieur und Ausrüstung 
  • Daraus ableiten, wie das jeweilige Pferd gemäß der Reitlehre und der gestellten Aufgabe, bzw. des Ziel gearbeitet werden muss 

Ausbildung von Reitern und Reiterinnen (20%) 

  • Unterrichtserteilung in Dressur und Springen 
  • Analysieren der Gegebenheiten von Pferd und Reiter 
  • Auf Basis dieser Analyse Unterricht planen, durchführen und beurteilen, bzw. analysieren 

Pferdegesundheit, Reit- und Sportlehre (30%) 

 
Wirtschafts und Sozialkunde (10%)

Die Aufgaben eines angehenden Pferdewirtes Fachrichtung „Pferdehaltung und Service“ sind das kunden- und serviceorientierte Handeln in allen Bereichen der Pferdehaltung. Daher sollte der freundliche und zuvorkommende Umgang mit den Kunden selbstverständlich sein. Der Pferdewirt Fachrichtung Service und Haltung kann z.B. Lehrgänge zum Verladen, Longieren oder der Grundausbildung im Umgang mit dem Pferd organisieren und durchführen. Diese Ausbildung hat einen besonders hohen Stellenwert für die Pensionspferdehaltung und die damit verbundene Dienstleistung rund ums Pferd. 

 Zu den Aufgabengebieten des Pferdewirtes „Pferdehaltung und Service“ gehören u.a.

  • die Individuelle Pferdefütterung; Futtergewinnung und -beschaffung 
  • Stall- und Weidemanagement 
  • das Bewegen von Pferden im Reiten oder Fahren, Arbeiten an der Longe 
  • die Beratung von Kunden und kundenorientierte Anlagenbewirtschaftung 

Prüfungsbereiche mit beispielhaften Inhalten und deren Gewichtung sind:

Kundenberatung und -ausbildung (20%) 

  • Kundenorientiere Beratung, Unterstützung und Kommunikation sowie Planung und Durchführung von Ausbildungsmaßnahmen 

Bewegen von Pferden (20%)

  • Umgang mit Pferden 
  • Grunderziehung und Bodenarbeit 
  • Bewegen an der Longe und unterm Sattel in den Grundgangarten 
  • Das Fahren von Pferden unter der Berücksichtigung der Regeln des Straßenverkehrs, der Gesichtspunkte des Tierschutzes und des Umweltschutzes, sowie der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes 

Haltung und Versorgung von Pferden (20%) 

  • Verladen und Transportieren 
  • Gesundheitsvorsorge und Notfallversorgung von Pferden 
  • Beurteilung und Verbesserung von Stallhaltungssystemen und Stallklima sowie der Planung, Durchführung und Beurteilung der Pferdefütterung 
Betriebsorganisation (30%)
  • Festlegung von Arbeitsmitteln und -abläufen 
  • Informationen beschaffen und auswerten 
  • Arbeitszusammenhänge erkennen, Arbeiten kontrollieren und dokumentieren 
  • Maßnahmen zur Wirtschaftlichkeit und Qualitätssicherung ergreifen 

Wirtschafts- und Sozialkunde (10 %) 

In der Fachrichtung „Pferdezucht“ geht es grundlegend um die Praxis auf den Zuchtbetrieben und auf den Deckstationen. Daher erlernen die Auszubildenden auch die Besamungstechnik. Solides naturwissenschaftliches Grundwissen ist notwendig, um sowohl die Zuchttheorie wie auch die Technik der Besamungsstationen erfassen zu können. 

Spezielle Aufgabengebiete
Zu den Aufgabengebieten des Pferdewirtes mit Fachrichtung „Pferdezucht“ gehören u.a.: 

  • Zuchtmethoden, Zuchtplanung, Zuchthygiene 
  • Pferdebeurteilung, Pferderassen 
  • Reproduktion und Aufzucht 
  • Vorstellung von Pferden bei Zuchtschauen und Prüfungen 

Prüfungsbereiche mit beispielhaften Inhalten (und deren Gewichtung) 

Durchführung von Zuchtmaßnahmen (20%) 

  • Abprobieren von Stuten 
  • Durchführen von Reproduktionsmaßnahmen 
  • Vorbereitung und Begleitung von Abfohlungen 
  • Versorgung von Stuten und Fohlen nach der Geburt
  •  Führen von Deck- und Abfohlregister 

Haltung und Betreuung von Zuchtpferden (20%) 

  • Beurteilung der Haltungssysteme und Zusammenstellung von Pferdegruppen 
  • Planung und Durchführung leistungsgerechter Fütterung 
  • Planung und Realisierung von Maßnahmen der Grünlandbewirtschaftung
  • Gesundheitliche Betreuung von Zuchtpferden entsprechend der Regelwerke 
  • Planung, Überwachung und Erläuterung von Pferdetransporten 

Vorstellen von Pferden (20%) 

  • Identifizierung von Pferden, Vorbereitung der Pferde auf Zuchtveranstaltunge und rasspspezifische Präsentierung dieser 
  • Beurteilen und Rangieren von Pferden 

Planung und Organisation der Pferdezucht (30%) 

  • Darstellung von Vererbungsvorgängen und Methoden der Pferdezucht 
  • Erläuterung von Zuchtzielen und -kriterien 
  • Beurteilung und Planung von Hygienemaßnahmen 

Wirtschafts- und Sozialkunde (10%) 

 

In der Fachrichtung „Spezialreitweisen“ geht es grundlegend um das Reiten von Pferden in einer Spezialreitweise (Gangreiten und Westernreiten). 

Spezielle Aufgabengebiete
Zu den Aufgabengebieten des Pferdewirtes mit Fachrichtung „Spezialreitweisen“ gehören u.a.: 

  • Beurteilung von Pferden in einer Spezialreitweise 
  • Grunderziehung und -ausbildung von Pferden in einer Spezialreitweise 
  • Arbeit mit Reitern und Reiterinnen in einer Spezialreitweise 
  • Wettbewerbsvorbereitung und Einsatz in Prüfungen einer Spezialreitweise 

Prüfungsbereiche und beispielhafte Inhalte (mit deren Gewichtung)

Pferdehaltung und -gesundheit (20%) 

  • Beurteilung von Pferdehaltung und des Gesundheitszustandes von Pferden 
  • Beurteilung von Futtermitteln, Zusammenstellung leistungsgerechter Futterationen und Durchführung von Fütterungen
  • Planung und Vorbereitung von Pferdetransporten und Verladen von Pferden 

Ausbildung von Pferden (20%) 

  • Spezielle Ausrüstung und Hilfsmittel auswählen und einsetzen 
  • Verschiedene Pferde gymnastizieren und ausbilden 
  • Eignung von verschiedenen Pferden beurteilen, Ausbildungsstand und Trainingsmöglichkeiten vorstellen 
  • Pferde an der Hand und in Kerndisziplinen unter dem Sattel arbeiten sowie taktrein, losgelassen, an den Hilfen und in Balance vorstellen 

Ausbildung und Beratung von Reitern und Reiterinnen (20%) 

  • Reiter und Reiterinnen bei der Auswahl und Ausrüstung von Pferden beraten 
  • Ausbildungsstand von Reitern und Reiterinnen analysieren und Ausbildungswege planen
  • Reiter und Reiterinnen unterrichten 

Planung und Organisation (30%) 

  • Planung und Bewertung leistungsgerechter Haltung von Pferden 
  • Darstellung von Kriterien der Pferdefütterung, Auswahl von Futtermitteln sowie Berechnung und Bewertung leistungsgerechter Futterrationen
  • Planung und Erläuterung der Ausbildung, des Trainings, des Einsatzes und Transportes von Pferden 
  • Planung und Erläuterung der Ausbildung und des Trainings von Reitern und Reiterinnen unter Berücksichtigung von Bewegungs. Und Trainingslehre
  • Planung und Organisation von Veranstaltungen und Lehrgängen 

Wirtschafts- und Sozialkunde (10%) 


In der Fachrichtung „Pferderennen“ geht es grundlegend um das Trainieren von Rennpferden in den Sparten Rennreiten oder Trabrennfahren.

Spezielle Aufgabengebiete
Zu den Aufgabengebieten des Pferdewirtes mit Fachrichtung „Pferderennen“ gehören u.a.: 

  • Training von Rennpferden
  • Beurteilung des Leistungsvermögens von Rennpferden
  • Vorbereitung und Teilnahme an Pferderennen
  • Gesundheit, Ernährung und Fitness des Rennreiters und der Rennreiterin sowie des Rennfahrers und der Rennfahrerin

Dieser Ausbildungsberuf wird durch die Verbände des Rennreitens geregelt. Weitere Informationen gibt es unter Direktorium für Vollblutzucht und Rennen oder Hauptverband für Traberzucht und Rennen.

Um in diesem Beruf auch weiterhin zu bestehen und den wachsenden Anforderungen gerecht zu bleiben, sollte man auch nach erfolgreich abgeschlossener Berufsausbildung immer wieder Fortbildungen besuchen. Nach einer gewissen Berufspraxis ist es möglich die Meisterprüfung anzustreben, die in allen Fachrichtungen abgelegt werden kann.

Ich habe 2002 meine Ausbildung im Hessischen Landgestüt Dillenburg in der Fachrichtung „Zucht- und Haltung“  (jetzt Pferdehaltung und Service, sowie Pferdezucht) begonnen und 2005 mit Graf-von-Lehndorf Plakette erfolgreich abgeschlossen. Danach bagann ich meine Bereiterlehre (jetzt klassische Reitausbildung) bei dem ehemals int. Spingreiter Ulrich Meyer zu Bexten in Herford und schloss diese 2007 mit Stensbeck Plakette ab. Für mich war es damals die richtige Entscheidung erst die Zucht- und Haltungs Lehre zu machen, um mich reiterlich noch weiter zu entwickeln (ich hatte allerdings viel Glück das ich sehr viele unterschiedliche Pferde und auch die Hengste im Deckeinsatz von jung bis alt reiten durfte) und danach die Bereiterlehre in einem anderen Betrieb zu absolvieren.
Die Kombination: staatlicher Betrieb (Landgestüt) und Privatbetrieb war für mich sehr lehrreich, da es recht unterschiedlich abläuft und natürlich jeder Betrieb seine eigenen Schwerpunkte hatte. Im Landgestüt gibt es geregelte Arbeitszeiten, was in einem privaten Betrieb selten der Fall ist. Auch die Vergütung ist in staatlichen Einrichtungen höher. Allerdings ist man da meistens einer von vielen Lehrlingen, in privaten Betrieben ist man nicht selten einziger Lehrling und es läuft meist familiärer ab. Hier sollte man aber aufpassen, dass man arbeitsmäßig nicht ausgenutzt wird und auch in allen Bereichen ausreichend geschult wird.
Für mich waren die 2 Jahre in dem privaten Springstall deutlich härter als im Landgestüt.
Manchmal macht es Sinn, in zwei unterschiedlichen Betrieben zu lernen … je nach Schwerpunkt.

Ich rate Jedem der vor hat eine Ausbildung zum/zur Pferdewirt/in zu machen, sich Zeit bei der Betriebswahl zu lassen, sich vorab gründlich zu informieren und wenn es geht ein Praktikum zu absolvieren. Wenn man einen guten Ausbildungsbetrieb gefunden hat, man in den Pferden seine Passion sieht, Ausdauer hat, kommunikativ ist und harte Arbeit nicht scheut, dann kann der Beruf Pferdewirt mit all seinen unterschiedlichen Facetten wirklich ein Traumberuf sein.

Habt ihr vor eine Ausbildung als Pferdewirt/in zu machen oder seid ihr bereits dabei? Wir freuen uns über eure Erfahrungen und Meinungen über diesen Beruf. Natürlich könnt ihr hier auch Fragen rund um diesen Beruf stellen. Ich bin gern bereit euch zu helfen und Fragen zu beantworten!

 
Liebe Grüße, eure Silvana 😉

 

Silvana Wessig das Horseland-Team und war bis 2013 als Bereiterin in Australien tätig. Sie bietet (neben ihrer Beschäftigung bei Horseland) mobilen Reitunterricht und Beritt an. Sie berät Sie sehr gerne bei Problemen und Fragen rund um das komplexe Thema PFERD.
Posts published: 54

4 comments

  1. Lily sagt:

    Ganz lieben Dank für die schnelle Antwort! Das hilft schonmal sehr weiter. Da habe ich jetzt einiges zum Nachdenken bekommen. 😀

    Ich muss sagen, beide Schwerpunkte sind echt ansprechend und ich würde am liebsten beide zusammen machen haha *-*. Es ist aber sehr angenehm, endlich mal eine sachliche und positive Rückmeldung zu dem Beruf zu bekommen! Das erste Mal, dass jemand einen ermutigt und nicht davon abbringen will bzw. sehr kritisch ist… Ich liebe die Arbeit, die damit vebunden ist! Wird leider oft die Meinung vertreten, dass sehr gute Abiturienten nur in die Uni gehören. 🙁

    Locker arbeiten geht. Ich beherrsche nur eben das „höhere“ Reiten in Versammlung und auf höhere Lektionen ausgerichtet nicht wirklich. Wurde doch ein bisschen verunsichert von dem, was überall geschrieben wird, dass man mindestens das RA 4 braucht und auf A-L Niveau reiten soll, mit Turniererfahrung, dass man sonst von rennomierten Gestüten gar nicht erst zu einem Vorreittermin eingeladen wird (für Service und Haltung wohlbedacht)… Dass das zwar keine Vorraussetzung ist, aber inoffiziell doch irgendwie.
    Stimmt das?

    Gibt es außer dem Meister oder dem Pferdewissenschaftsstudium noch andere „Karrieremöglichkeiten“? Man sollte ja bestmöglichst nach der Ausbildung nicht „stehen“ bleiben…

    Reitet man als Pferdewirt „Zucht“ später im Beruf dann gar nicht oder gibt Reitunterricht/Beritt etc.?

    Tut mir leid, dass das jetzt so viel ist, aber das ist eine Goldgrube hier *-*!

    Ganz vielen Dank und liebe Grüße,
    Lily

    1. Marika Moga sagt:

      Hallo Lily

      Das mit dem A/L Niveau trifft auf jeden Fall für die Bereiterlehre zu aber meiner Meinung nach nicht auf den Bereich Pferdehaltung und Service. Es hat sich natürlich in den letzten Jahren einiges verändert. Zu meiner Zeit waren die beiden für dich interessanten Schwerpunkte eins. Es kommt hierbei sicherlich auf den Betrieb an. Es mag sein das die ganz hochkarätigen Gestüte oder Reitbetriebe mehr reiterliche Erfahrung voraussetzen als andere. Aber ich kann mir wirklich nicht vorstellen dass das die Regel ist. Ich kann dich nur ermutigen es einfach auszuprobieren. Ich bin mir sicher das du einen geeigneten Betrieb findest der dich gern nehmen möchte. Du solltest natürlich bereit sein auch weiter von zu Hause wegzugehen.
      Ob und wieviel du später in dem Schwerpunkt Zucht auch reitest oder Unterricht gibst kommt auch auf den Betrieb an und auf dein reiterliches Können. Wenn dir das wichtig ist, solltest du das vorab klären. Richtig Reitunterricht geben und Pferde bereiten machen natürlich mehr die Pferdewirte Schwerpunkt Reiten. Sie machen dafür ja auch eine Ausbildung 😉 Ich habe damals zum Beispiel erst Schwerpunkt Zucht- und Haltung im Landgestüt gelernt und dann noch eine Bereiterlehre gemacht. Vielleicht ist das ja auch eine Option für dich!? Nur dann ist es wichtig das du dich reiterlich weiterentwickelst. Aber wie so oft im Leben ergeben sich neue Wege und Chancen.
      Neben der Meisterprüfung die ja direkt auf deinen Schwerpunkt zugeschnitten ist, kannst du verschiedene Lehrgänge besuchen und die ein oder andere Zusatzqualifikation machen. Dafür habe ich dir mal was kopiert:

      Pferdewirte, die sich für Reiten als Gesundheitssport interessieren können eine Ergänzungsqualifikation zum „Ausbilder im Reiten als Gesundheitssport“ machen. Dabei soll Reiten einerseits therapeutisch als auch präventiv auf das Wohlbefinden von Menschen einwirken.
      Ebenfalls im Gesundheitsbereich ist die Weiterbildung Therapeutisches Reiten oder Hippotherapie angesiedelt.
      Pferdewirte im Bereich Pferdezucht können sich zum Reitlehrer FN weiterbilden.
      Des Weiteren können Pferdewirte eine Fortbildung zum Hufbeschlagsschmied machen, nachdem sie zwei Jahre Berufspraxis nachgewiesen haben.
      Pferdewirte mit Abitur können im Anschluss an ihre Berufsausbildung ein Studium anschließen, beispielsweise im Bereich Agrar- oder Pferdewissenschaften.
      Die Landwirtschaftskammern, die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) oder private Schulen bieten immer wieder Seminare zu unterschiedlichen Themen für Pferdewirte an. Diese können sich innerhalb der Veranstaltungen im Bereich Pensionspferdehaltung, Sattelanpassung, alternative Betriebskonzepte, Steuerrecht oder Reitplatzbau weitere Kenntnisse aneignen.

      So liebe Lily, ich hoffe ich konnte dir wieder weierhelfen und freue mich auf Antwort von dir.

      Liebe Grüße
      Silvana

  2. Lily sagt:

    Hallo,
    vielen Dank für diesen wunderbaren und hilfreichen Artikel! Habe ihn nun ein Jahr später auch entdeckt.. 🙂 Gerade was Du zu dem Unterschied zwischen staatlichen und privaten Betrieben geschrieben hast, ist sehr interessant. Ich habe dieses Jahr das Abitur geschrieben und vor, im Herbst 2018 eine Ausbildung als Pferdewirtin SP Haltung und Service bzw. Zucht zu beginnen. Ab Oktober werde ich in einem relativ großen Reitstall einen 30-Stunden-Job anfangen, um schonmal ungefähr zu wissen „worauf ich mich einlasse“…
    Nun wäre es mir nach mehreren Recherchen natürlich lieber, für 2018 in einem staatlichen Gestüt unterzukommen. Wie hoch stehen die Chancen in einem solchen (Celle, Marbach, Redefin..) unterzukommen, wenn man bisher wirklich nur freizeitmäßig geritten ist und kein Reitabzeichen bzw. Turniererfahrung besitzt (nur Basispass, Reitpass und Longierabzeichen 5)?
    Ich würde mich sehr über eine Antwort freuen.
    Viele Grüße,
    Lily

    1. Marika Moga sagt:

      Liebe Lily,
      erstmal Danke für dein Feedback! 🙂 Schön das du dich für diesen tollen Beruf interessierst.
      Also, wenn du den Schwerpunkt -Zucht- wählst, steht das Reiten absolut nicht im Vordergrund. Laut der neuen Verordnung ist das Reiten auch kein Prüfungsbestandteil. Hier geht es eher um das Zuchtmanagement, die Betreuung, Versorgung der Zuchtstuten, das Vorstellen (auf Zuchtschauen), Beurteilen, Besamungstechniken usw. Ich würde dir empfehlen dir ein Haupt- und Landgestüt auszuwählen. In den Landgestüte geht es hauptsächlich um die Hengsthaltung. Hauptgestüte haben auch eine eigene Stutenherde was für den Bereich -Zucht- in der Ausbildung vorteilhafter wäre. Haupt- und Landgestüte sind: Schwaiganger, Neustadt Dosse, Marbach und das Hauptgestüt Graditz.
      Wenn du den Schwerpunkt -Pferdehaltung- und Service wählst hast du noch mehr mit Kunden zu tun und bist vorrangig in Pensionsbetrieben tätig. Du bist dann sozusagen ein Dienstleister. Darüber solltest du dir im klaren sein. Wenn du den Kontakt zu (manchmal schwierigen) Menschen nicht scheust, kannst du darin aufgehen. Hier ist das Reiten allerdings auch Prüfungsbestandteil, Reitabzeichen sind keine Voraussetzung. Du solltest einen ausbalancierten Sitz haben und ein Pferd locker arbeiten können. Kleine Sprünge sollten ebenfalls kein Problem sein. Aber keine Panik, es verlangt keiner das du ein ausgezeichneter Reiter bist, du möchtest ja schließlich keine Bereiterlehre machen 😉 Wichtig ist, das du keine Angst hast, dich durchsetzen kannst und einfühlungsvermögen besitzt … beim Reiten wie auch im Umgang.
      So, ich hoffe ich konnte dir etwas weiterhelfen. Bei weiteren Fragen stehe ich dir natürlich gern zur Verfügung!

      Liebe Grüße
      Silvana

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