Atypische Weidemyopathie beim Pferd

Die atypische Weidemyopathie ist ein Thema, welches uns alle beschäftigt. Da jetzt zum Weidebeginn wieder vermehrt die Todesfälle auftreten, wollen wir euch über dieses wichtige Thema aufklären. Der plötzliche Tod von Weidepferden kann so hoffentlich verhindert werden !!!

BITTE reichlich teilen damit alle BESCHEID wissen und diesen Artikel lesen…

Was ist verantwortlich für die Erkrankung?

Verantwortlich für die plötzliche Erkrankung ist die seltene Aminosäure Hypoglycin A mit ihren Stoffwechselprodukten. Diese kommt besonders häufig im Bergahorn oder Eschen-Ahorn vor. Dabei spielt es keine Rolle ob es die Samen, Blätter oder Keimlinge sind. Das Toxin von Hypoglycin A greift die Muskulatur an. 

Ahorn Frucht. Achtung atypische Weidemyopathie.

Was passiert bei einer Atypische Weidemyopathie und wie ist das Krankheitsbild? 

Die atypische Weidemyopathie ist eine Muskelerkrankung die fast immer zum Tod führt. Durch das Toxin, welches die Aminosäure Hypoglycin A beim Stoffwechsel freisetzt, werden die aeroben Muskelfasern angegriffen. Aerob sind die Muskeln die mit Sauerstoff arbeiten, diese sind daher durch den Farbstoff Myoglobin rot gefärbt.

Anzeichen für eine atypische Weidemyopathie sind meist; bräunlich-roter bis Kaffefarbener Urin, erhöhte Herzfrequenz bei normaler Temperatur, gerötete Schleimhäute, Schwäche, Apathie (Teilnahmslosigkeit) mit hängendem Kopf und nachfolgenden Ödemen (Wassereinlagerungen) im Kopf, Zittern, Steifheit bis hin zum Festliegen, Kolik-Symptome, Nahrungsverweigerung oder ungestörter Appetit.

Von diesen Anzeichen können einige auftreten. Bei jedem Pferd verläuft das Krankheitsbild anders. Fest steht das fast alle Pferde den verfärbten Urin aufzuweisen hatten. Dies kommt daher, dass die Muskelzellen durch das Hypoglycin A zerstört werden. Bei dem Abbau der Muskelzellen wird der Farbstoff Myoglobin der aeroben Muskeln, freigesetzt und durch die Nieren ausgeschieden.
Leider gibt es nur eine sehr geringe Überlebenschance bei betroffenen Pferden.

Welche Pferde sind betroffen?

Betroffen sind meistens nur Weidepferde die zwischen 6-24 Stunden auf der Weide stehen. Dabei ist das Alter, der Trainingszustand oder die Rasse egal. Jedes Weidepferd kann erkranken!!! Gerade in einem trockenem Frühjahr sind die Weiden nur spärlich mit Gras bewachsen. Ebenso im Herbst ist die Grasnarbe häufig bis zur Wurzel abgeweidet. Genau in dieser Zeit wachsen die ersten Sprösslinge des Ahorns (Frühling) oder die Samen fallen auf die Erde (Herbst). Durch das geringe Nahrungsangebot fressen die Pferde beides mit. 

Ahorn Blatt. Achtung atypische Weidemyopathie

Wie kann ich eine Erkrankung verhindern?

Besonders in der Gefährlichen Zeit sollte die Weidedauer keine 6 Stunden überschreiten. Weiden mit vielen Bäumen (Ahorn) sollen, wenn möglich, vermieden werden. In der Risiokozeit, Herbst und Frühling, können die Weiden bei bedarf mit flexiblen Zäunen abgetrennt werden. So könne die Pferd nicht zu dicht an die Samen und Keimlinge heran.
Bei kargen oder abgefressenen Weiden sollte reichlich Heu dazugefüttert werden. Das Heu sollte nicht direkt unter den Bäumen liegen, am besten weit weg von Laub und abgestorbenem Holz. Die letzten Heureste solltet ihr entfernen, denn dort könnten sich noch Samen verstecken. Die Pferde sollten generell (das ganze Jahr über) mit einem guten und Vernünftigen Mineralfutter versorgt sein. 

Achtung atypische Weidemyopathie. Ahorn Blätter auf einer Weide.

Ihr solltet jede Weide zusätzlich, gründliche nach Ahorn absuchen. Ahorn-Samen können durch Wind, Überschwemmungen und anderen Tieren  auf Weiden gelangen, ohne Ahornbäume in der Nähe. So tauchen auch plötzlich Keimlinge im Frühling auf.
Ihr könnt die Keimlinge zum Beispiel vor der Beweidung, wie Unkraut rausrupfen. Eine vielleicht etwas einfacher Methode ist das Abmähen und das anschließende entfernen des Mähgutes.  Auch ein Laubbläser kann im Herbst ein gutes Lösungsmittel sein. So lassen sich Blätter und Samen gut entfernen. 

Resümee:

Wie ihr seht, kann mit ein wenig mehr Arbeit an der Weide, das Leben eures Pferdes geschützt werden. Ihr solltet regelmäßig die Weiden auf Giftpflanzen kontrollieren. Oft reicht es wenn ihr das sehr gründlich im Frühling und Herbst macht. Trotzdem solltet ihr immer ein Auge auf den Pflanzenwuchs haben. Wenn ihr euch nicht mehr ganz sicher seit was giftig für euer Pferd ist, findet ihr in unserem Blogbeitrag „Giftige Pflanzen für das Pferd“.

Wie genau ihr herausfinden könnt ob ihr Bergahorn auf eurer Pferdewiese habt, empfehle ich die Internetseite baumkunde.de
Wir hoffen wir konnten euch einige Tipps geben und Informationen was die atypische Weidemyopathie ist und was die Krankheit auslöst. Solltet ihr noch weitere Tipps und Anregungen haben, freuen wir uns auf eure Antworten 😉

 

Quellen: propferd.at, pferdeklinik-kottenforst.de, Wochenblatt

 

Die fröhliche Turniereiterin Tanita Schwerdt ist seit August 2015 dabei. Im Stall aufgewachsen, weiß sie genau was benötigt wird. Egal ob für Pferd oder Reiter. Sie bringt jeden Tag gute Laune mit und ist für alle Aufgaben schnell zu begeistern.
Posts published: 23

4 comments

  1. Martina Platen sagt:

    Sind die Ahornkeimlinge auch getrocknet, also im Heu von Wiesen, die betroffen sind, giftig? Gibt es dazu Untersuchungsergebnisse?

    1. Marika Moga sagt:

      Liebe Martina,

      nach langem Forschen im Internet habe ich dazu nichts gefunden. Denke aber schon! Werde aber bei Gelegnheit meinen TA dazu befragen und hier berichten. Finde speziell zu den getrockneten Ahornkeimlingen keine Untersuchungsergebnisse. Falls jmd von euch etwas dazu hat oder einen Bericht dazu findet, bitte bitte den Link schicken.
      In dem Sinne, alles Gute euch und euren Pferd!!

  2. Natalie Steinbüchel sagt:

    Mir wurde gesagt: Wenn man die Weide mit simplex behandelt stirbt der Ahorn in allen entwicklungsstadien ab.
    Nun meine Frage :
    Wenn dieser dann vertrocknet ist, ist er weiterhin giftig, wie es beim jskobskreuzkraut der Fall ist oder kann die Weide dann wieder bedenkenlos genutzt werden??
    Bisher konnte ich keinerlei Infos dazu bekommen.
    Danke

    1. Marika Moga sagt:

      Liebe Natalie,

      Das kann ich mir gut vorstellen. Simplex Ist ja auch sehr wirksam bei Jakobskreuzkraut.

      Nach langem Forschen im Internet habe ich zu dem Thema: getrocktene Ahornsamen (im Heu usw) leider nichts gefunden. Denke aber schon dass die Samen noch giftig sind! Werde aber bei Gelegnheit meinen TA dazu befragen und hier berichten. Finde speziell zu den getrockneten Ahornkeimlingen keine Untersuchungsergebnisse. Falls jmd von euch etwas dazu hat oder einen Bericht dazu findet, bitte bitte den Link schicken.
      In dem Sinne, alles Gute euch und euren Pferd!! Marika

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