Junge Reitpferde richtig Anreiten und Ausbilden Teil 1

Jedes Pferd was unter dem Sattel gehen soll, ganz egal ob Sport- oder „nur“ Freizeitpferd, muss korrekt ausgebildet werden! Denn richtig verstandene. vielseitige Ausbildung trägt zur Gesunderhaltung und zur Sicherheit von Reiter und Pferd bei.
Wer ein junges Pferd selbst ausbilden möchte, sollte viel Zeit und Geduld mitbringen.


Es ist ein langer Weg zu einem vertrauensvollen und leichtrittigen Reitpferd.

Ziel der Grundausbildung


Die Grundausbildung des jungen Pferdes hat zum Ziel, unseren Partner Pferd durch systematisches Training  schonend, artgerecht sowie sinnvoll vorzubereiten , so dass eine sichere Grundlage für kommende Aufgaben geschaffen werden kann. Die Aufgabe besteht darin, die natürlichen Anlagen des jungen Pferdes umfassend zu entwickeln. Wir wollen erreichen, dass das junge Pferd mit der ungewohnten Reiterlast im Rücken zu seinem natürlichen Bewegungsablauf zurückfindet und sich in einer Form und Haltung bewegt, die Ausgangspunkt für die volle Entwicklung seiner Leistungsfähigkeit ist.

Je sorgfältiger die Gymnastizierung, Muskelbildung, Lockerung des Rückens und das Durchlässigmachen für die Hilfen durchgeführt wird, desto gesünder bleibt das Pferd, und umso leistungsfähiger wird es durch die anschließende Weiterbildung und Spezialausbildung.

Die Ausbildung des Pferdes unter dem Sattel richtet sich nach der Natur des Pferdes. Sie gibt die Schritte in der Reitausbildung vor. Der Ausbilder wird sie so logisch aufbauen, dass das Pferd sie verstehen und erfüllen kann, sodass nicht nur das Endergebnis geprägt ist von einem harmonischen Miteinander von Pferd und Mensch, sondern auch der gemeinsame Weg von Reiter und Pferd von Anfang an.

Leider sieht man viel zu oft Dressur- und Springpferde mit zusammengezogenen Hälsen, die nicht gelernt haben, sich in ihrem natürlichen Gleichgewicht  in den drei Grundgangarten auszubalancieren, aber schon Prüfungen der Klasse L und M gehen müssen. Wieviele Dressurpferde haben noch nie Cavaletti/Bodenricks gesehen oder sich draußen im Gelände unter dem Reiter frei und ungezwungen bewegen dürfen.
Wir haben eine große Verantwortung gegenüber der „Kreatur Pferd“ und sollten ihnen mit dem nötigen Respekt und Einfühlungsvermögen begegnen.

Ausbildung und Erziehung beginnt schon im Fohlenalter

Während der Fohlenerziehung können Grundlagen gelegt werden, die das spätere Anreiten erleichtern. Ein dreijähriger, der von Geburt an „Familienanschluss“ hatte, dem der Mensch und seine Umgebung vertraut sind, lässt sich natürlich leichter anlernen als sein Altersgefährte, der „fernab der Zivilisation“ überwiegend auf der Weide groß geworden ist.
Problematischer für die Ausbildung sind aber junge Pferde, die während der Aufzucht entweder zu sehr verwöhnt wurden, und solche, die schlechte Erfahrungen gemacht haben.

Ein guter Züchter schafft durch richtige Aufzucht und Behandlung des jungen Pferdes die Vertrauensbasis für die spätere Arbeit des Reiters. Die ersten Tage und Wochen legen den Grundstein für spätere vertrauensvolle Zusammenarbeit und Partnerschaft zwischen Mensch und Pferd.

Was sollte das Fohlen in den ersten Wochen und Monaten lernen?

  • Erste Kontaktaufnahme in der Box, gefolgt von Streicheln und Kraulen bis zum
    kurzfristigen Festhalten.
  • Anlegen eines passenden (nicht zu großen) Halfters, welches möglichst am Nackenriemen verschnallt werden kann.
  • Führen des Fohlens, erst in der Box, später mit der Mutter zusammen draußen (z.B.in einen nahe gelegenen Paddock). Immer mit einer Hilfsperson zusammen!
  • Anbinden, zunächst in der Box. Den Strick dabei nicht fest binden sondern zu Anfang nur durch den Ring ziehen und in der Hand behalten.
  • Putzen. In der Regel lieben die Fohlen die sanfte Massage.
  • Hufe geben, mit einem kurzen Ansprechen: „Fuß!“, begleiten. Den Huf nicht zu hoch heben, damit keine Balanceschwierigkeiten aufkommen.

Mehr sollte in der Jugend nicht verlang werden.

Respekt und Vertrauen sind keine Gegensätze, sondern vielmehr notwendige Bestandteile erfolgsversprechender Erziehung.

Hattet ihr die Möglichkeit euer junges Pferd selbst aufzuziehen? Welche Erfahrungen (gute und schlechte) habt Ihr dabei gemacht? Eure Geschichten interessieren uns!

Im nächsten Teil geht es darum das junge Pferd, welches von der Wiese rein gekommen ist, an Ausrüstung, Longenarbeit und den Reiter zu gewöhnen. Es bleibt spannend!

Silvana Wessig das Horseland-Team und war bis 2013 als Bereiterin in Australien tätig. Sie bietet (neben ihrer Beschäftigung bei Horseland) mobilen Reitunterricht und Beritt an. Sie berät Sie sehr gerne bei Problemen und Fragen rund um das komplexe Thema PFERD.
Posts published: 57

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Schnapp' Dir unseren kostenlosen Guide!

"Die 10 häufigsten Fehler beim Springreiten und wie DU sie vermeiden kannst"

We respect your privacy.
Suchen

Copyrights © 2017 PFERDEWIESE. All Rights Reserved. Design: kathrinpyplatz.com