„Curly-Horse“ das Allergiker-Pferd

Immer mehr Menschen leiden weltweit an verschiedensten Allergien. Jeder zehnte ist in Deutschland von einer Pferdeallergie betroffen. Für viele heißt das, dass sie evtl. ihr geliebtes Hobby aufgeben müssen. Zumindest mit „normalen“ Pferderassen, aber nicht unbedingt mit dem Curly-Horse.

Pferdeallergie – was viele nicht wissen

Es gibt eine hypoallergene Pferderasse – das Curly-Horse – von dem eine große Anzahl der Menschen noch nichts gehört hat. Mehr Infos zu den Curlys und wie diese Pferde auf Allergiker wirken, erfahrt ihr hier.

Pferde – Allergie

Betroffene Menschen reagieren auf die bestimmten tierischen Proteine, welche sich in den Körperflüssigkeiten und dem Fell eines Tieres befinden können. Die auslösenden Allergene findet man in den Hautschuppen, dem Speichel und im Urin der Pferde. Diese körperfremden Eiweiße (Antigene) werden über die Haut, Atemwege oder Schleimhaut aufgenommen. Die allergische Reizung kann beim  Reiten, Streicheln oder durch das bloße Nähern ausgelöst werden.

Typische Reaktionen können sein:

  • juckende oder gerötete Haut, Hautreizungen
  • tränende, juckende Augen bis hin zur Bindehautentzündung, Schwellungen
  • Niesreiz
  • Husten
  • atopische Ekzeme (Neurodermitis), Hautausschlag
  • Heuschnupfen
  • Asthma bronchiale, welches sich über die Zeit entwickelt
  • Urtikaria, Nesselfieber, Quaddeln

Medikamente sind für die meisten Reiter nur eine kurzfristige Lösung, welche vom Arzt verordnet werden müssen. Diese heilen nicht die Ursache, können aber kurzfristige Symptome abschwächen. Mittel sind beispielsweise Antihistaminika, Glukokortikoid-Lösungen und Adrenalin-Inhalationssprays. Eine Desensibilisierung kann langfristig helfen, dabei wird der Allergiker mit zunehmender Dosis dem Allergen ausgesetzt welches zuvor bei einem Allergietest festgestellt wurde. Die Desensibilisierung soll mit der Zeit die Auswirkungen der Allergie verringern da sich der Körper an das Allergen gewöhnen kann.

Hypoallergene Pferderasse Curly-Horse

Mit den Curly-Horses ist so eine Desensibilisierung möglich, welche die Pferdeallergie Symptome über den jahrelangen Curly Horse Kontakt dann zu anderen Pferden abschwächt.
In Studien mit mehreren Pferdeallergikern wurde herausgefunden, dass Curly-Horses eine sehr geringe Anzahl an Allergenen im Vergleich zu anderen Pferderassen besitzen und dadurch bei den Testpersonen in 95% der Fälle keine allergischen Reaktionen hervorrufen. Hier findet ihr mehr zu der Studie von Dr. Wolfgang Mitlehner.

Curly-Horses sind Robustpferde und besonders unempfindlich gegen Hitze und Kälte; sie sind zäh, ausdauernd und stark. Die Größe der ursprünglichen Rasse liegt zwischen 1,45 m und 1,54 m. Durch die unterschiedlichen Kreuzungen variieren die Curlys in der Größe und treten auch in allen Farbvariationen auf.

Das typische Curly-Horse hat ein lockiges Deckhaar und Langhaar, was besonders im Winter sichtbar wird. Im Frühjahr nach dem Fellwechsel haben sie eher leicht gewelltes Fell. Mittlerweile gibt es aber verschiedene Variationen: vom glatthaarigen Curly über medium curled bis hin zu großen wellenförmigen Locken. Das Langhaar der Curlys Horse kann ebenso wie das Fell entweder eine glatte Struktur, wellenförmige Struktur oder Korkenzieherlocken haben.
Die lockigen Curlys haben nicht den typische Pferdegeruch, der Geruch erinnert eher an Lammfell.

Die Beine der Curly Horses sind besonders stark mit dickwandign Knochen. Durch die starken steinharten Hufe ist ein Beschlag nur bei längeren Strecken auf harten Böden notwendig. Das Curly-Horse kommt sonst sehr gut ohne Hufeisen aus.

Curlys haben ein ruhiges, neugieriges und gelassenes Gemüt. Es ist sehr lernwillig und hat eine schnelle Auffassungsgabe. Generell ist das Curly-Horse vom Charakter stets ein sehr freundliches, unkompliziertes Pferd, welches auch in erschreckenden Situationen erst nachdenkt und sich nicht so schnell aus der Ruhe bringen lässt, weshalb es sich auch gut für Kinder eignet.
Sportlich gesehen eignet sich das Curly-Horse für viele Disziplinen … angefangen von der Dressur, über Distanz, bis hin zum Westernreiten sind Curlies vielfältig vertreten.  

Allergikerhunde

Menschen mit einer Pferde-Allergie reagieren nicht selten auch auf Gräser/Pollen und andere Tiere wie Hunde und Katzen allergisch. Hundefreunde können aufatmen … es gibt auch hier Rassen die weniger Allergene aufweisen und somit evtl. für Allergiker geeignet sind.

Genau wie beim Pferd, reagiert der Betroffene nicht auf das Fell an sich sondern auf die Eiweiße, die sich in Speichel, Hautschuppen und Urin befinden. Da der Hund Körperhygiene mit seiner Zunge betreibt, gelangen diese Hundeallergene auch auf die Haare des Hundes. Die Allergenpartikel in den Hundehaaren und Hautschuppen, werden dann über den Hausstaub mit der Luft verteilt und danach eingeatmet, was die allergische Reaktion auslöst.

Zwar lässt sich nicht zwingend an einer Rasse festmachen, ob sie für einen Allergiker geeignet ist, aufgrund der Fellsturktur lassen sich jedoch klare Tendenzen feststellen. Positiv sind Hunde ohne bzw. mit sehr wenig Unterwolle, ebenso Hunde mit gelocktem Haar, denn das sorgt dafür, dass die Haare nicht ausfallen.
Nach Erkenntnissen des Allergie- und Asthmabundes e.V. ist das Allergien auslösende Potential der einzelnen Rassen jedoch sehr unterschiedlich stark ausgeprägt. Entgegen der landläufigen Meinung lösen langhaarige Hunde sogar weniger Allergien aus als ihre kurzhaarigen Artgenossen. Der Grund: kurzhaarige Hunde sind stärker vom Fellwechsel betroffen als ihre langhaarigen Kollegen.

Die besten Hunderassen für Allergiker sind:

  • Wasserhunde (allergiefreundlichster Wasserhund ist der portugiesische; andere Gattungen sind: Lagotto Romagnolo, Spanischer Wasserhund, Irish Water Spaniel, American Water Spaniel)
  • Labradoodle & Goldendoodle (Hybridhinderassen für Allergiker; Mischung aus Golden Retriever bzw. Labrador und Pudel)
  • Bichons ( sind fröhlich & zutraulich; Gattungen sind Malteser, Havaneser, Bologneser und Bichon Frisé)
  • Pudel (alle Größen; verwandt mit dem Wasserhund)
  • Maltipoo (Mischung aus Malteser und Pudel; kleine Hunderasse)
  • Yorkshire Terrier, Bedlington Terrier, Irish Soft Coatet Wheaten Terrier
  • Barbet (bäriger Franzose mit langem gelockten Haar)
  • Bolonka Zwetna (kleiner lockiger Familienhund)

Aber Achtung!

Auch die Allergikerhunde weisen unterschiedlich großes Allergiepotenzial auf. Schließlich ist kein Hund wie der andere und auch zwischen den Rassen gibt es große Unterschiede bezüglich des Allergiepotenzials. Um zu sehen, ob eine allergische Reaktion ausbleibt, sollte man vor dem Hundekauf viel Zeit mit dem potenziellen Traumhund verbringen und ihn mehrfach besuchen.
Um sicherzugehen, kann man auch ganz gezielt einen Test beim Arzt machen und mithilfe von ein paar Hundehaaren feststellen, wie man auf den Vierbeiner reagiert.

Konnten wir euch mit diesem Beitrag weiterhelfen?
Vielleicht seid auch ihr allergisch auf Pferde, Hunde, … und könnt uns und anderen Betroffenen hier noch ein paar wertvolle Tipps zu diesem Thema geben!?

 

 

Silvana Wessig das Horseland-Team und war bis 2013 als Bereiterin in Australien tätig. Sie bietet (neben ihrer Beschäftigung bei Horseland) mobilen Reitunterricht und Beritt an. Sie berät Sie sehr gerne bei Problemen und Fragen rund um das komplexe Thema PFERD.
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