Heu, Heulage oder Silage?

Raufutter ist für unsere Pferde besonders wichtig, weil sie zu den sogenannten “Dauerfressern” gehören und zwischen 12 und 18 Stunden täglich mit der Futteraufnahme beschäftigt sind. Da ist es ratsam, auf gute Qualität bei Heu, Heulage oder Silage zu achten. Aber worin bestehen die Vorteile und wie entscheide ich, welche Raufuttervariante für mein Pferd die Richtige ist? 

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Allgemein

Gutes Raufutter ist schwer zu bekommen. Oft sind die Ballen sehr staubig und mit Verschmutzungen und Schimmelpilzen belastet. Zudem ist die Herkunft von Heu und Heulage oft unbekannt und dadurch lässt sich nur schwer ausschließen, dass Giftpflanzen, wie das Jakobskreuzkraut mit eingepresst wurden. Laut FN-Richtlinien wird ein Minimum von 2 Kg Heu auf 100 Kg Körpergewicht empfohlen. Das bedeutet, dass ein Pferd mit 600 Kg Körpergewicht mindestens 12 Kg Heu täglich zur Verfügung gestellt bekommen sollte. Demnach frisst ein Pferd in einem Monat ca 360 Kg Heu, Heulage oder Silage. Wenn da die Qualität nicht stimmt, kann es zu Schäden im empfindlichen Verdfauungstrakt oder zu massiven Reizungen der Atemwegen kommen. Eine Unterversorgung von Mineralien und dadurch hervorgerufene Mangelerscheinungen können ebenfalls durch qualitativ minderwertiges Futter hervorgerufen werden. Deswegen lohnt es sich genauer hinzuschauen, was bei unseren Pferden auf der täglichen Spreisekarte steht. 

 

Heu

Heu ist in der Herstellung etwas aufwendiger herzustellen, als Heulage oder Silage. Das liegt daran, dass Heu häufiger gewendet werden muss und länger zum Trocknen auf der Grünfläche liegen muss, bevor es geppresst und eingefahren werden kann. Dadurch sind die Landwirte abhängig vom Wetter und 6-7 sonnige, sehr heiße Tage sind Grundvorraussetzung für eine erfolgreiche Heuernte. Heu wird, anders als Heulage oder Silage in der Regel nach der Blüte geschnitten. Dadurch wird oft nur ein Schnitt pro Grünfläche Heu geerntet, wohingegen Heu und Heulage bis zu drei mal von einer Fläche geerntet werden kann. Dadurch ist Heu etwas teurer als Heulage oder Silage.








Heu als Rundballen



 

Mit einer Restfeuchte von ca 20 % wird das Heu eingefahren und muss dann mindestens 8 Wochen abgelagert werden, bevor es verfüttert werden kann. Das liegt an dem sogennanten Nachschwitzen, wobei das Heu noch gährt. Dann muss das Heu in trockenen, überdachten Hallen gelagert werden. Am besten so, dass Luft um die Ballen herum zirkulieren kann, um einen Hitzestau und eine Selbstentzüdung der Ballen zu verhindern.

Qualitativ hochwertiges Heu, ohne Verschmutzungen, staubbarm und von biologischen Grünflächen, ohne industiellen hochleistungsdünger ist dabei sicherlich der Idealfall. Wenn die geschnittenen Gräser dann noch fruktanarm und mit natürlichem Kräuteranteil und ohne Giftpflanzen eingefahren wurden, schlägt das Pferdeherz gleich höher 🙂 . Leider sieht die Realität aber oft anders aus. Bei sehr staubigem Heu und Pferden, die viel im Stall stehen und zudem noch allergisch sind, kann es deswegen sinnvoll sein, auf eine Alternative zum Heu umzusteigen.

 

Heulage

Bei der Heulage kann das Gras schon vor der Blüte geschnitten werden und kann eine Restfeuchte von 30- 50% beim Einfahren vertragen. Dadurch ist die Herstellung leichter, weil schon drei trockene, sonnige Tage ausreichen, um gute Heulage herzustellen. Die Lagerung ist gegenüber dem Heu deutlich einfacher, weil die Haulageballen nicht nur gepresst, sondern auch in Folie gewickelt werden. Dadurch wird der Gährungsprozess ausgelöst und der Ballen wird haltbar gemacht. So können Heulageballen problemlos draußen gelagert werden. Ist die Folie einmal geöffnet, muss der Ballen allerdings in 3-5 Tagen verbraucht werden, bevor er verdirbt.

Deswegen sollten die Ballen auch vor Vögeln und Katzen geschützt gelagert werden, um Beschädigungen an der Folie zu verhindern. Dafür gibt es spezielle Netze, die vor Schäden an der Folie Schützen. Wird die Folie am Ballen unbemerkt beschädigt, schimmelt er vor sich hin und kann nicht mehr verfüttert werden. Die empfohlene Fütterungsmenge von Heulage liegt bei 18-21 Kg täglich bei einem 600 Kg schweren Pferd. Der Bedarf von Heulage ist also etwas höher als beim Heu, weil der Trockenmassegehalt niedriger ist. Für staubempfindliche Pferde eignet sich Heulage damit besser als Heu, weil die Feuchtigkeit den staub an die Halme bildet und die Pferde somit beim fressen keinen Staub mehr aufnehemen. 

 
Silage

Silage wird mit einer Restfeuchte von 55-60 % eingefahren und ist damit das Futter mit der höchsten Restfeuchte. Dadurch kann es auch am schnellsten geerntet werden und muss am wenigsten gewendet und getrocknet werden. Dadurch sind die Herstellungskosten geringer als bei Heu und Heulage. Die Ballen werden ebenfalls einfoliert und können draußen gelagert werden. Auch hier gilt, wie bei der Heulage, Beschädigungen der Folie sollten verhindert werden und nach dem Öffnen sollte der Ballen in 3-5 Tagen verfüttert werden. Silage ist eigentlich ein Futter für Kühe und nicht für den empfindlichen Darm der Pferde ausgelegt. Durch die Säure im Futter kann es zu einer Übersäuerung im Pferdekörper kommen. Der hohe Proteingehalt, verursacht durch Bakterien und Pilze beim Gährungsprozess, kann zu Durchfall, Blähungen, Koliken oder Kreislaufproblemen führen. Schimmelige oder warme Siloballen sollten nicht an Pferde verfüttert werden.

   
Heulage/Silage eingewickelt

 

Die Qualität entscheidet

Generell kann Heu, Heulage und auch Silage an Pferde verfüttert werden, sofern die Qualität stimmt. Ist das Heu verdreckt und staubig, oder hat es in die Ernte hineingeregnet, sollte nach besserem Heu oder Heulage und Silage Ausschau gehalten werden. Eine qualitativ höherwertige Heulage oder Silage ist schlechtem Heu also vorzuziehen. Vorausgesetzt der Ballen wird schnell verfüttert und die Folie ist unbeschädigt. Der Landwirt, bei dem ihr euer Raufutter kauft, sollte euch sicher sagen können, ob Giftpflanzen auf der Weide waren, wie gedüngt wurde und wo das Raufutter geerntet wurde. Bei Heuballen könnt ihr die Qualität optisch meistens erahnen. Lange Halme, eine ansehnliche Farbe und der angenehme, typische Heugeruch lassen auf gutes Raufutter hoffen. Bei Heulage und Silageballen kauft ihr leider “die Katze im Sack” und seht erst beim Füttern, ob die Ballen eine gute Qualität aufweisen.

Mit einer Analyse des Mineralstoffgehaltes in Raufutrterproben kann der Mineralstoffgehalt bestimmt werden und ihr könnt erkennen, welche Mieralien ihr zufüttern solltet. Ein Blutbild von eurem Pferd kann euch dabei auch noch weiteren Aufschluss geben. Zusatzfuttermittel für eine optimale Versorgung eurer Pferde findet ihr auch in unserem Onlineshop.

Eine Möglichkeit auch staubiges Heu für eure Pferde aufzubereiten ist die Bedampfung durch den Haygain. Lest euch gerne auch den Blog Artikel zu  “Der Heubedampfer” durch 🙂 

Eure Dana

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