Der Winter kommt, Pferde eindecken ja oder nein…?

Der nächste Winter steht vor der Tür, so manch einer stellt sich die Frage „soll ich mein Pferd eindecken oder nicht“ ? Viele wichtigen Faktoren spielen da eine Rolle: -Wo steht mein Pferd (z.B in einem Offenstall, 23 Std in einer Box oder Paddockbox…) -wie oft reite ich -wie alt ist mein Pferd -wurde es bisher eingedeckt oder nicht -bin ich Freizeitreiter oder Berufsreiter, Turnierreiter usw. Der Markt ist ja voll mit Pferdedecken, zu jeder Gelegenheit und Jahreszeit gibt es die unterschiedlichsten Decken; -Abschwitzdecken mit oder ohne Halsteil -Ausreitdecken/ Nierendecken-Führanlagendecken -Regendecken mit oder ohne Fleece -Outdoordecken 50/100/200/300 Gramm Füllungen und mit oder ohne Halsteil -Stalldecken mit oder ohne Füllung, mit oder ohne Fleece/ Halsteil Dann kommen noch die Fliegen- und Ekzemerdecken für den Sommer. Wie Ihr seht gibt es genug Auswahl für Euren Liebling. Viele glauben wenn Sie Ihr Pferd früh genug eindecken bleibt ihnen das lästige Winterfell erspart; falsch gedacht! Das Winterfell kommt so oder so, denn es hat nichts mit den Temperaturen zu tun, sondern wie Studien beweisen; das verändernde Tageslicht veranlasst Pferde Fell zu schieben. In der Natur sieht man das an den Blättern, die Bäume schmeißen die Blätter ab mit dem kürzerem Tageslicht. Ja, Pferde bekommen im Winter ein dichteres Fell. Zweimal im Jahr wechseln sie ihr Fellkleid. Einmal im Frühjahr und einmal im Herbst. Das geschieht automatisch, sobald die Tage länger bzw. kürzer werden. So sind die Tiere immer für die Temperaturen der kommenden Jahreszeit angemessen gerüstet. Das Winterfell kann eine andere Färbung aufweisen als das Sommerfell und ist dichter und länger. Es schützt vor kalten Temperaturen, allerdings schwitzt das Pferd damit auch schneller und sollte im Herbst und Winter daher nicht so hart arbeiten. Eine andere Möglichkeit ist, dass das Pferd geschoren wird, damit es nicht so schwitzt, dann braucht es allerdings, wenn es nicht bewegt wird, eine Decke um nicht zu frieren. Welche Art von Winterfell ein Pferd bekommt und wie dicht dieses Fell ist, das hängt auch davon ab, wo die Pferderasse herkommt und unter welchen klimatischen Bedinungen es lebt. Ein Isländer bekommt natürlich ein anderes Winterkleid als ein Araber oder Andalusier. Wer viel und regelmäßig reitet, sich viel in Reithallen aufhält, kann das lästige und somit langwierige Schwitzen verhindern, in dem er sein Pferd schert.  Wer keine eigene Schermaschine hat, kann sich bestimmt bei Bekannten oder Sattelkollegen eine leihen. Viele Reitsportfachgeschäfte verleihen gegen eine kleine Gebühr eine professionelle Schermaschine. Reitet man in den Wintermonaten nur ab und zu, sehr viel im Gelände oder steht das Pferd sehr viel Draußen dann würden wir vom Eindecken abraten. Unstrittig ist, dass Pferde über einen ausgeklügelten Mechanismus zur Wärmeregulation verfügen und Temperaturschwankungen von bis zu 40 Grad problemlos verkraften. Die Komforttemperatur für Pferde liegt zwischen minus 15 und plus 25 Grad, wobei sich das Optimum bei fünf Grad trockener Kälte befindet – also deutlich unter den Temperaturen, die vom Menschen noch als angenehm empfunden werden. Erst bei minus zehn Grad beginnen Pferde mit normalem Winterfell, über einen vermehrten Stoffwechsel für mehr Körperwärme zu sorgen. Einzig bei einem Notfall – bei einer Kolik, nach einem Unfall oder bei schwerem Blutverlust – könne es medizinisch notwendig sein, das Pferd mit einer Decke vor einem weiteren Temperaturverlust zu bewahren. Eindecken, weil dem Menschen kalt ist und er dieses Empfinden auf sein Pferd überträgt, schadet als das es nutzt. Junge Pferde, die gar nicht gearbeitet werden, würden wir empfehlen gar nicht einzudecken. Sie sollen robust aufwachsen und Ihr Immunsystem stärken. Fazit: das Pferd braucht von Natur aus keine Decke, entscheidend ist was und wie viel man mit dem Pferd macht und wo es untergestellt ist … Ist das Pferd aber geschoren braucht es definitiv einen Fellersatz, das heißt eine Decke. Kommt es tagsüber auf die Wiese oder einen Paddock braucht es eine gefütterte, wasserdichte Outdoordecke. Steht es nur im Stall und kommt nur zum Reiten raus, braucht es eine gefütterte Stalldecke. diese sind nicht wasserdicht, meistens nur leicht abweisend damit der nasse Dreck nicht einziehen kann. Ist es sehr kalt und nass braucht das gearbeitete und geschorene Pferd ein Nierendecke. Vor dem Reiten zum auswärmen und sobald man mit dem Reiten fertig ist oder Schritt geht, sollte man die Decke über die empfindlichsten Stellen (Nieren) überwerfen. Bildnachweis: © drubig-photo – Fotolia.com

Vielleicht interessiert dich, passend dazu, der Artikel über die „natürlichen Bedürfnisse der Pferde“. Hier sind einige Anmerkungen zusammen getragen, die dir eventuell helfen dein Pferd noch besser zu verstehen und es nicht zu „vermenschlichen“…  Viel Spaß beim Lesen  😀 

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Sie ist das Herz von Horseland, mit viel Liebe und vor allem jahrelangen Erfahrung führt sie erfolgreich ihr Reitsportgeschäft. Sie selbst reitet seit 23 Jahren, besitzt zwei Pferde, um die sie sich, neben zwei Katzen und ihrer geliebten Jill, einer Straßenhündin – die sie aus dem Tierheim gerettet hat – fürsorglich kümmert. Ihre Devise lautet: „Erst das Pferd, dann der Reiter“
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5 comments

  1. Lea sagt:

    Ich wurde auf jeden Fall eine Winterdecke nehmen, Siehe hier: http://pferdedecken-ratgeber.de/was-ist-eine-winterdecke-winterpferdedecke/ es wichtig im Winter damit das Pferd nicht auskühlt

  2. Marika Moga sagt:

    Danke, wir geben uns Mühe…
    Das System kennen wir nicht da wir wordpress verwenden.
    Viele Grüße

  3. Sabine sagt:

    Super Tipps gibst Du hier. Toller Pferde-Blog.
    Ich habe gestern einen Bloganbieter gefunden und möchte dich gerne mal fragen, was du darüber denkst? das findest du unter qwer.com
    würde mich sehr über eine Antwort freuen
    Grüße

  4. Kira sagt:

    Und wie sieht es mit alten Pferden aus? Meine Westfalenstute ist 27, steht im Winter tagsüber draußen und nachts drin, wird nicht mehr geritten. Ich hatte sie die letzten Jahre im Winter eingedeckt, da ich der Meinung bin, dass ein hoher Energieverlust meiner eh schon etwas klapprigen Stute schaden…

    1. Marika Moga sagt:

      Also ältere Pferden würde ich ich je nach Bedarf eindecken. Die ältere, „etwas klapprige Stute“ benötigt tatsächlich mehr Energie um sich warm zu halten. Diese würde ich mit einer 100-200g Decke im Winter eindecken.
      Noch ein Tipp zu der Fütterung dieser Stute; grad im Winter verbrauchen Pferde mehr Energie um sich warm zu halten, daher füttern wir unseren Pferden Zuckerrübenschnitzel. Dieses altbewährte Futter liefert viel Energie und lässt die Pferde zunehmen. Unsere neigen auch dazu dünn zu werden, daher füttern wir schon seit Jahren in den kalten Wintermonaten Rübenschnitzel zusätzlich zu dem Kraftfutter.

      Dieses Futter, das auch als Melasseschnitzel bekannt ist, besteht aus klein gehäckselten Zuckerrüben, die getrocknet wurden. Es gibt die Rübenschnitzel lose oder in Pellets gepresst. Da die Rübenschnitzel getrocknet sind, müssen Sie sie vor dem verfüttern unbedingt ein paar Stunden lang mit ungefähr der fünffachen Menge an Wasser einweichen.

      Aber vorsicht; sind die Rübenschnitzel nicht lang genug oder mit zu wenig Wasser eingeweicht worden, quellen sie beim fressen noch in der Speiseröhre des Pferdes weiter auf und es droht eine Schlundverstopfung. Als Faustregel gilt: Mindestens 6 Stunden lang einweichen, bei Pellets mindestens 8 Stunden lang. Am Ende der Einweichzeit sollte immer noch Wasser im Eimer sein. Es dürfen auch keine harten Brocken von den Pellets mehr übrig sein.
      Im Winter ist wichtig, dass die eingeweichten Schnitzel nicht einfrieren, da sich die Schnitzel dann nicht mehr mit Wasser vollsaugen können. Der Effekt ist dann der selbe wie bei schlecht eingeweichten Rübenschnitzeln.

      Viele Pferde fressen sie aber sehr gerne, da die Schnitzel süßlich schmecken. Die Rübenschnitzel sind im eingeweichten Zustand weich und eignen sich daher auch für alte Pferde und Pferde mit Zahnproblemen. Außerdem sind sie durch Ihren hohen Energiegehalt gut für zu magere Pferde, schlechte Futterverwerter und Pferde nach einer schweren Krankheit geeignet.

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