Hufkrankheiten

Die Hufe unserer Pferde sind eines der Körperteile, die fast rund um die Uhr gefordert werden. Sie tragen mehrere Hundert Kilo täglich durch die Gegend und das auch nicht nur auf glatten, weichen Untergründen. Wie wichtig gesunde Hufe sind, merkt man spätestens dann, wenn sich Hufkrankheiten entwickeln oder die Hufe nicht mehr voll belastbar sind. Hufkrankheiten können verschiedene Ursachen haben. Ich habe dir hier mal ein paar der häufigsten Ursachen aufgelistet.

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Vorab geben wir die eine kurze Übersicht, wie entstehen Hufkrankheiten ?

  • Falsche oder mangelnde Hufpflege
  • Mangelhafte Hygiene im Stall
  • Infektionen
  • Falsche Fütterung
  • Falscher Beschlag oder falscher Hufausschnitt
  • Überbelastung
  • Keine artgerechte Haltungsbedingungen

Nun zu den verschiedenen und häufigsten Hufkrankheiten:

1. Hufrehe 

Hierbei handelt es sich um eine schmerzhafte Entzündung der Huflederhaut. Bei einer Entzündung schwillt diese an und die Blutzirkulation wird im Huf zusätzlich gestört. Die starke Schwellung unter der Hornkapsel kann sich im Pferdehuf aber nicht ausbreiten und es entsteht ein hoher, sehr schmerzhafter Druck im Huf. Hufrehe lassen sich in unterschiedlichen Stadien unterteilen.

Symptome:
• Das Pferd gibt widerwillig die Hufe
• Etwas wärmere Hufe
• Lahmheit im Schritt und Trab, insbesondere in der Vorderhand, vor allem auf härteren Böden
Ursachen: Für Hufrehe kann es verschiedene Auslöser geben.
Bei Fütterungsbedingten Hufrehen: Hierbei ist eine ständige Überfütterung mit Zucker oder Stärke der Auslöser.
Belastungsrehe entsteht durch ständiges Stehen auf harten Böden wie z.B. Asphalt.
Vergiftungsrehe kann durch giftige Pflanzen oder auch Impfungen entstehen. Rehe kann  jedoch auch Folge von anderen Krankheiten wie das Cushing-Syndrom oder Borreliose sein.

Behandlung: Hier gilt es natürlich die Ursache zu ergründen und abzustellen. Entzündungshemmer können über die akute Phase hinweghelfen. Eisverbände können um den Kronsaum gelegt werden. Weitere mögliche Behandlungen können Polster- und Keilverbände, Sohlen- und Strahlenunterstützung sein.

2. Hufgeschwür

Eine der tatsächlich am häufigsten auftretenden Hufkrankheiten ist auch das Hufgeschwür. Eine eitrige Entzündung der Lederhaut. Eiter z.B. bildet sich im Sohlenbereich oder zwischen der Wandlederhaut und der Hornwand. Häufig findet man sie auch unterhalb einer sich über die Sohle schiebenden Eckstrebe oder im Bereich vor der Strahlspitze. Zudem kann ein Hufgeschwür durch sehr nasse Einstreu, wenn das Pferd ständig und dauerhaft in seinem Urin in der Box steht.

Symptome: Plötzliche, starke Lahmheit. Wärme.

Ursachen:

  • Äußere Einflüsse (Stein eintreten, langes stehen auf matschigem Untergrund)
  • Schlechte Stallhygiene
  • Schlechte Hufberarbeitung
  • Verletzung oder Schädigung der Hornkapsel

Behandlung: Der Tierarzt kann prüfen, ob ein Hufgeschwür vorliegt. Ist der Abszess aber auch noch nicht „reif“ kannst du einen Aufgussverband oder auch Sauerkrautverband anlegen. Dieser kann helfen, dass der Abszess schneller voranschreitet und so durch die Sohle nach außen aufbricht. Ist der Eiter dann raus, muss das Loch täglich desinfiziert und verschlossen werden, um das Eindringen von Bakterien zu verhindern.

3. Hohle Wand

Bei der hohlen Wand löst sich die Verbindung zwischen den beiden Schichten der Hufkapsel. Dabei entsteht ein Spalt, durch den häufige Bakterien eindringen, die den Prozess der Ablösung weiter verstärken. Ausgelöst wird eine hohle Wand oftmals durch traumatische Verletzungen, Erschütterungen und Spannungen.

Symptome:

  • Aufspaltung des Sohlenhorns
  • Lahmheit bei schweren Fällen
  • Vorwölbung des betroffenen Wandabschnittes

Ursachen:

Oftmals wird die hohle Wand durch eine Verletzung der weißen Linie, Erschütterungen oder Spannungen ausgelöst. Ebenso kann eine schlechte Hufpflege (unsachgemäßes Entfernen der Eisen, schlecht passende Eisen, falsches Ausschneiden der Hufsohle) ein Auslöser sein.

Behandlung dieser Hufkrankheit:

Der Tierarzt muss die betroffene Stelle reinigen und das Anlegen eines speziellen orthopädischen Hufbeschlags ist notwendig. Bei Pferden ohne Beschlag wird die entsprechende Stelle bis zur weißen Linie geraspelt und dann mit Teer ausgestrichen. Bei Pferden mit Beschlag wird ein Hufeisen mit breiter Tragfläche benötigt. Das Zufüttern von Biotin kann unterstützen.

4. Strahlfäule

Hierbei handelt es sich um eine bakterielle Infektion des Strahls.

Symptome: Strahlfäule ist häufig durch den Geruch zu erkennen. Der Strahl verwandelt sich in eine dunkle schmierige Masse, Hohlräume und Ritzen können sich bilden.

Ursachen dafür sind meist mangelnde Huf- und Stallhygiene. Bakterien bilden sich somit und siedeln sich im Strahlhorn an und zersetzen diesen. Auch ein falscher Beschlag kann eine Ursache sein. Achtung! Steht dein Pferd lange und oft im Matsch, kann das eine auftretende Strahlfäule begünstigen.

Der Hufschmied kann das lose und faule Horn behandeln und die betroffenen Stellen ausschneiden und desinfizieren. Lass dein Pferd am besten auf trockenem und sauberem Untergrund stehen. Bei Strahlfäule empfehlen wir das Effol Med Hufstrahl Vital Gelspray. Es ist eine hochkonzentrierte Strahlpflege. Kann in akuten Fällen eingesetzt werden aber auch zur Vorbeugung, wenn Pferde zu Strahläule neigen!

5. Hufrollenentzündung

Hier ist eine schnelle Behandlung wichtig! Betroffen hiervon sind meist die Vorderhufe. Gebildet wird dieses aus dem Strahlbein, dem unteren Abschnitt der tiefen Beugesehne und dem Hufrollenschleimbeutel. Seine Aufgabe besteht darin, das Gewicht des Pferdes bei jedem Schritt abzufedern. Ist dieser Bereich jedoch irritiert oder gar entzündet, muss zeitnah gehandelt werden.

Die Ursache dafür ist oft eine Überbelastung, die besonders bei Springpferden auftritt.  Weitere möglich Ursachen können sein:

  • schlechte Durchblutung, z.B. durch mangelnde Bewegung
  • fehlende bzw. unzureichende Versorgung mit Mineralstoffen und Spurenelementen
  • zu kurze Hufeisen
  • akutes Trauma durch eine Verletzung
  • Übergewicht
  • Überlastung der Vorhand durch eine schwache Hinterhand
  • zu viele enge Windungen und harte Böden
  • falsche/unregelmäßige Hufbearbeitung

Symptome:

  • häufiges Stolpern
  • Anzeichen von Wendeschmerzen wie ausschließliches Lahmen in engen Kurven
  • Taktunreines Gehen
  • Erkennbare Schonhaltung
  • klammer Gang
  • Entlastung der Vorderhufe durch das Herausstellen des betroffenen Beines

Die Behandlung einer Hufrollenentzündung erfolgt Symptom bezogen. Bei leichten Verläufen werden entzündungs- und schmerzhemmende Medikamente verschrieben. Des Weiteren kann ein orthopädischer Beschlag den Druck auf die Hufrolle verringern. Auch

6. Hornspalt

Hierbei handelt es sich um einen senkrechten Riss durch das Hufhorn. Oberflächige Risse sind dabei unproblematisch.  Wird jedoch die gesamte Hornschicht gespalten, ist es wichtig, schnell zu handeln.

Folgende Ursachen können der Grund für einen Hornspalt sein.

  • Spannungen im Huf
  • Verletzungen des Kronsaums
  • spitze Steine
  • eine unzureichende Hufpflege
  • ungleichmäßiges Abnutzen der Hufeisen
  • schlechte Hornqualität oder -beschaffenheit

Bei oberflächlichen Spalten zeigen die Pferde häufig keine weiteren Symptome. Erst wenn die Spalten bis auf die Huflederhaut reichen, kann dein Pferd auch lahm gehen.

Behandlung: Die oberflächlichen Risse wachsen zwar nicht wieder zusammen, aber der nachwachsende Huf kann wieder gesund rauswachsen. Weitere Behandlungsmethoden können ein orthopädischer Beschlag sein oder, indem die Spalte mit Silikon aufgefüllt und mit Drähten und Bändern fixiert wird. Oftmals wird dir aber auch geraten, das Pferd Barhuf laufen zu lassen.

So kannst du einem Hornspalt vorbeugen.

  • Halte die Hufe bei Trockenheit feucht
  • Richtige Hufpflege
  • Stallhygiene
  • Nahrungsergänzungsmittel wie das Atcom Huf Vital – Die hochwertige Rundum-Versorgung zur ernährungsbedingten Optimierung des Hufwachstums und der Hufhornqualität, können die Heilung eines Hornspalts unterstützen und vorbeugen. Für mich, mein Team und meine Kunden mit die wichtigsten Grundversorgung des Pferdes und der Hufe. Fütter es meinen Pferden schon seit sehr vielen Jahren zwei Mal im jahr als Kur und wir haben nie Hufprobleme oder andere Mangelerscheinungen, da das Hufvital sehr hochdosiert ist und alle wichtigen Nährstoffe abdeckt. 

Die Hufe eines Pferdes sind ein elementar wichtiger Körperteilteil des Pferdes. Ohne die “geht” wortwörtlich gar nichts. Der Huf und seine Beschaffenheit ist ein komplexes Thema, dass wir dir in einem Beitrag auf meinem Blog nochmal näher bringen möchten. Wie sagte Ludger Beerbaum so schlau: “ohne Huf, kein Pferd”!

 

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