Beschlagen, Barhuf oder mit Hufschuhen?

Beschlagen, Barhuf oder mit Hufschuhen? Wie schützt man die Hufe seines Pferdes am besten und welcher Schutz passt zu dir und deinem Pferd? Die Hufe nutzten sich sehr schnell ab und das Pferd läuft oft barfuß fühlig und geht nur ungern vorwärts. Das kann sogar hin bis zur Lahmheit gehen. 

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Beschlag mit Eisen

Die meisten Pferde sind ganz traditionell mit Eisen beschlagen. Diesen Hufschutz gibt es schon seit mehreren tausend Jahren und er hat sich absolut bewährt. Besonders häufig sind Sportpferde mit Eisen beschlagen, aber auch Freizeitpferde, die viel im Gelände geritten werden tragen die Eisen zum Schutz der Hufe. In dem zumeist steinigen Gelände unserer Region ist das Reiten der Pferde ohne Eisen kaum möglich. Die Hufe nutzten sich sehr schnell ab und das Pferd läuft fühlig und geht nur ungern vorwärts. Das kann sogar hin bis zur Lahmheit gehen.

Um sich und dem Pferd die Ausritte zu erleichtern, greift der Schmied des Vertrauens dann zu den Eisen. Diese werden vom Schmied erhitzt und bearbeitet, bis sie auf den Huf aufgebrannt und aufgenagelt werden können und dem Pferd dann perfekt passen. Quasi eine Maßanfertigung vom Spezialisten vor Ort. Es gibt aber auch sogenannte Kaltbeschläge, die nicht aufgebrannt werden müssen und Klebebeschläge, die nicht aufgenagelt werden müssen. Außerdem gibt es mittlerweile auch Kunststoffbeschläge, welche dem alt bewährtem Eisen gegenübereinige einige Vorzüge bietet, denn das Eisen schützt die Hufe zwar, schränkt den natürlichen Hufmechanismus allerdings ein und durch das erhöhte Gewicht entstehen Fliegkräfte, welche Sehnen, Bänder und Gelenke schädigen können. Außerdem kann ein unsachgemäßer Beschlag Stellungsfehler und gesundheitliche Einschränkungen der Pferde verursachen. Daher gilt: Einen Fachmann zu kontaktieren! Ein staatlich geprüfter Hufschmied versteht sein Handwerk.

Hufschuhe

Der Hufschuh ist ein temporärer Hufschutz, der dem Pferd angezogen wird, wenn es den Schutz auch wirklich benötigt. So kann das Pferd auf der Weide und im Stall ohne Hufschutz bestens auskommen und beim Ausritt in dem steinigen Gelände wird der Hufschuh angezogen und für die Zeit des Ausritts sind die Hufe des Pferdes dann geschützt. Allerdings gibt es mittlerweile ein breites Angebot von Hufschuhen und die Qual der Wahl führt nicht immer zum gewünschtem Ergebnis. Eine perfekte Passform ist zwingen notwendig, um den Hufschutz auch als solche nutzen zu können.

Nicht selten hört man von den Reitkollegen, dass die Strecke erneut abgegangen werden muss, um den fehlenden Hufschuh zu finden, der sich beim Galopp verabschiedet hat. Auch wunde Fesselbeugen und Verletzungen duch Hufschuhe, die sich gedreht oder halb geöffnet und verrutscht sind, gehören häufig zum Anblick der Hufschuhfraktion. Denn anders als das Eisen, dass individuell angepasst und dauerhaft (für eine Beschlagsperiode on 6-8 Wochen) mit Nägeln unter dem Huf fixiert wird, ist der Hufschuh ein Produkt von der “Stange” und kann nur sehr begrenzt angepasst werden. Ein Profi kann auch hier bei der Wahl des richtigen Modells behilflich sein. Wenn der Hufschuh gut sitzt und perfekt hält, dann ist es eine prima Alternative zu dem permanenten Hufschutz, besonders in Ställen, bei denen die Pferde in einer Herde gehalten werden und sich mit Eisen größere Verletzungen zufügen können.

Barhuf

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Ohne jeglichen Hufschutz läuft das Pferd am natürlichsten. Der Hufmechanismus kann ganz normal ausgeführt werden und das Horn wird nicht durch Nägel beschädigt. Allerdings muss man dann auf die Bedürfnisse der Pferde eingehen und sich beim Ausreiten an Strecken  mit vorzugsweise weichen Böden halten, damit sich die Hufe nicht übermäßig abnutzen können und das Pferd nicht fühlig läuft. Zudem sollten die Barhuf-Pferde geschont werden, wenn die Hufe bereits sehr kurz sind und das Horn nur langsam nachwächst, sodass sie sich nicht so weit herunter laufen, dass sie lahmen. Mit Pflegeprodukten kann man die Hufe beim Wachstum, vor dem Austrocknen und vor übermäßigem Abrieb aber auch schützen. Beispielsweise die Feuchtigkeitscreme von Carr Day Martin versorgt die Hufe in den Sommermonaten mit Feuchtigkeit und verhindert dadurch das Ausbrechen und Einreißen der trockenen Hornschicht. Eine gute Hufbeabeitung ist aber auch hier Grundlage für ein gesundes Laufverhaten der Pferde.

 

Ergebnis

Ob Eisen, Hufschuh oder Barhuf entscheidet also als erstes das Pferd. Hat es eine Fehlstellung oder schlechte Hornqualität und der Huf wächst nur langsam nach, wird es einen temporären Hufschutz brauchen um beim Reiten gut laufen zu können. Ist die Haltung des Pferdes mit einem dauerhaften Beschlag wie Eisen vereinbar oder darf es nur unbeschlagen in der Herde stehen? Dann würde sich eher ein Hufschuh anbieten. Wenn ihr euer Üferd Barhuf laufen lassen wollt, müsst ihr eventuell bereit sein, auch mal auf das Reiten im Gelände zu verzichten und auch etwas mehr Zeit für die Pflege der Hufe einplanen. 😁

Habt ihr problematische Fehlstellungen und benötigt euer Pferd vielleicht sogar einen Spezialbeschlag? Oder seid ihr ganz von den Vorteilen des Barhuf laufens überzeugt? Und wer von euch sucht regelmäßig seine verlorenen Hufschuhe im Gebüsch?😅

Wenn ihr noch mehr zum Thema Hufe erfahren möchtet, dann schaut hier gerne weiter: in unserem Blogartikel über den Huf

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