Diese hochgradig giftige Pflanze ist für Weidetiere eine sehr große Gefahr und breitet sich rasend schnell aus. An seinem Gift sind bereits etliche Pferde gestorben und auch für den Menschen kann es tödlich sein. Wir als Pferdebesitzer, Reiter, Trainer sollten alle was gegen eine weitere Verbreitung dieser Pflanze tun.
Selbst in Heu und Silage bleibt die toxische Wirkung erhalten.
Jakobskreuzkraut und alle anderen Kreuzkrautarten wirken selbst in geringen Mengen stark leberschädigend. Weiterhin erzeugen sie Krebs, verändern das Erbgut und wirken bereits in Kleinstmengen embryonenschädigend.
Im Erststadium ist das Zentrale Nervensystem zerstört.
Die gefährlichen Stoffe sind die Pyrrolizidinalkaloide, die in der Leber toxisch werden. Haben die Pferde genügend Weidegras, lassen sie für gewöhnlich die Pflanzen unberührt. Verlassen sollte man sich darauf aber auf keinen Fall. Gerade die Jungpflanzen sondern in den ersten 7 Wochen noch nicht den typischen Geruch ab, der für die Pferde die Information „Achtung giftig“ enthält. Auch eine andauernde Aufnahme kleiner Mengen kann zu einer Vergiftung führen. Symptome zeigen sich oft erst Wochen bis Monate später.
Jakobskreuzkraut wird sehr gefährlich, wenn es in Heu und Silage konserviert wird. Die Pflanze verliert nach dem Mähen ihren typischen Duft, Farbe und Geschmack, die toxische Wirkung jedoch nicht. Somit stellt die Winterfütterung ein besonderes Risiko dar, wenn die Pflanze bei der Heugewinnung übersehen wird.
Was können Sie tun?
Wächst das 30 bis 120 cm hohe Kraut erst einmal auf der Weide, muss sie ständig kontrolliert werden. Wo immer sich die ersten Blättchen zeigen, muss die gesamte Pflanze mitsamt der Wurzel ausgestochen und verbrannt werden. Einfach abmähen genügt leider nicht, da der Schnitt das Wachstum anregt und das Kraut umso schneller und üppiger wächst. Je früher die Pflanzen entfernt werden, desto größer ist die Chance, dass sie sich nicht explosionsartig ausbreitet. Jede einzelne Pflanze produziert bis zu 150.000 extrem haltbare Samen. Sie können bis zu zwanzig Jahre im Erdboden schlummern und sind noch immer keimfähig. Deshalb unbedingt vor der Samenbildung (vor der Blüte) vernichten. Ist die Weide schon mit Jakobskreuzkraut verseucht, hilft oft nur das Abtragen der Erdschichten und eine anschließende Neusaat.
Wichtig: Ausgerissenes oder chemisch behandeltes Jakobskreuzkraut immer komplett von den Wiesen entfernen und vernichten! Handschuhe tragen!
Die Samen lassen sich in zertifizierten Bioabfallanlagen vernichten, nicht aber im Hauskompost!
Jakobskreuzkraut vermeiden
Vorbeugen ist besser als heilen. Das Bekämpfen von Jakobskreuzkraut ist sehr schwierig. Deshalb ist es wichtig, dafür zu sorgen, dass sich die Pflanze nicht in der Weide ansiedelt. Eine gute Weideverwaltung ist hierfür notwendig.
Auf der Weide:
- Sorgen Sie für eine dichte Grasplagge, dies verringert die Chance auf Ansiedlung.
- Vermeiden Sie Überbegrasung, Grasnarbenschäden durch Zertrampeln und Spuren von Maschinen.
- Eine gute Fruchtbarkeit des Bodens sorgt für eine dichte Grasplagge.
- Gute Graszusammenstellung, verschiedene Grassorten haben verschiedene Eigenschaften.
Beim Rauhfutter (Heu und Grassilage):
- Füttern Sie an Pferde und Rinder kein Heu/Silage, welches Jakobskreuzkraut enthält.
- Eine gute Kontrolle hinsichtlich Herkunft und Qualität des Heus ist notwendig, um zu verhindern, dass Heu aus mit Jakobskreuzkraut verseuchten Feldrändern und Wiesen angeboten wird.
- Erfragen Sie Garantien vom Verkäufer des Rauhfutters
Wie erkennt man das Jakobskreuzkraut?
Im ersten Jahr bildet die Pflanze eine unauffällige Rosette, wodurch junge Pflanzen oft übersehen werden. Im zweiten Jahr blühen die meisten Pflanzen, säem aus und sterben ab. Die Stängel von Jakobskreuzkraut sind von der Farbe her gewöhnlich etwas dunkelrot. Die „grünkohlartig“ unregelmäßig und stumpf gezahnten Blätter sind an der Oberseite dunkelgrün und unter etwas weißer in der Farbe. Wenn die Pflanze nicht zur Blüte kommt (z.B. durch Mähen oder Beweidung), bleiben die Pflanzen als Rosette in der Vegetation vorhanden.
Am einfachsten ist es zwischen Juli und August, wenn das Jakobskreuzkraut auffällig mit seinen gelben Blüten in der Weide steht. Die Pflanze kann 30 cm bis sogar einen Meter hoch werden.
Krankheitssymptome beim Pferd
Konditionsverlust, depressives Verhalten, kolikartige Erscheinungen, Appetitlosigkeit, extremer Durst, Verstopfung oder blutiger Durchfall, mitunter Lecksucht, Rötungen an weißen Abzeichen (ähnlich einem Sonnenbrand), häufiges Gähnen, zielloses Wandern, unerklärbare Abmagerung, Gelbfärbung der Lidbindehäute. Einzelne symptome können fehlen und anfangs relativ unspezifisch sein.
Eine Vergiftung durch Jakobskreuzkraut verläuft sehr schleichend. Die Leber wird schlussendlich nicht mehr funktionieren.
Ausgedehntes Leberversagen führt zu völliger Teilnahmslosigkeit und Hinfälligkeit, Aufstützen des Kopfes und Anlehnen an Futterkrippe oder Stallwand, Schwanken und Taumeln, unnormaler Gliedmaßenstellung bzw. unkoordinierten bzw. Zwangsbewegungen (ähnlich dem Dummkoller). Die stark depressive Phase kann durch anfallsweise Übererregbarkeit, Krämpfe, Aufregung bis hin zur Tobsucht unterbrochen werden und endet im Koma.
Bei akuten Vergiftungen tritt der Tod von Weidetieren innerhalb weniger Tage ein, bei Chronischer Vergiftung oft erst nach Wochen oder Monaten.
Die akute Vergiftung ist möglich, wenn größere Mengen innerhalb kurzer Zeit aufgenommen werden. Über einen längeren Zeitraum zugeführte geringe Mengen führen zur chronischen Langzeitintoxikation z.B. über die Winterfütterung mit Heu oder Silage oder Aufnahme von frischem Kreuzkraut, die noch keine bitteren (Warn-)Stoffe haben.
Früherkennung
Wenn Sie Jakobskreuzkraut im Futter vermuten oder auf Ihrer Weide wachsen sehen, und Ihr Pferd zeigt Auffälligkeiten wie z.B. Depression, häufige Koliken oder Sonnenbrand,
informieren Sie Ihren Tierarzt und lassen Sie ggf. eine Blutanalyse machen.
Anhand der noch nicht zu schlechten Leberwerte lässt sich im Frühstadium eine evtl. erfolgsversprechende Therapie einleiten.
Wichtig: Nicht immer sind die ersten Anzeichen einer bereits bestehenden Vergiftung durch Kreuzkraut mit schlechten Leberwerten verbunden.
Also auch immer den Gesamtzustand insbesondere durch Wesensänderung detailliert beobachten.
Zeigt Ihr Pferd deutliche Symptome, ist es nach jetzigem Stand vermutlich nicht mehr zu retten.
Bitte nehmen Sie die Sache mit dem Jakobskreuzkraut nicht auf die leichte Schulter, halten Sie die Augen offen und seien Sie aufmerksam gegenüber Wesensveränderungen bei Ihrem Pferd.
Weitere Infos zum Jakobskreuzkraut, wie Aussehen und deren Bekämpfung finden Sie auf www.jacobskreuzkraut.de.
Bildnachweis: © Ingairis – Fotolia.com














Ein sehr interessanter Artikel. danke
Ein sehr interessanter Artikel. danke