Turnierstart: so nenne ich mein erstes Turnier

Heute wollen wir versuchen ein wenig Licht in den Turnierjungel zu werfen. Häufig werde ich von Freunden oder Stallkollegen gefragt wie das mit dem Turnierreiten eigentlich funktioniert. Über die Erklärung sind sie dann erstaunt und finden es sehr kompliziert. Genau so geht es aber auch allen die sich an ihren ersten Turnierstart wagen möchten.

Daher beschäftigen wir uns nun mit den Fragen:

Was brauche ich um auf einem Turnier zu starten? Wie funktioniert das ganze System? Womit fange ich an?

Grundlegend unterteilen wir als erstes in WBO (Wettbewerbs-Ordnung) und LPO (Leistungs-Prüfungs-Ordnung). Im WBO Bereich können alle ohne Abzeichen, mit den RA 10 bis 6 und einer Leistungsklasse 0 starten. Wer zum ersten mal zum Turnier will und kein Abzeichen gemacht hat, ist automatisch Leistungsklasse 0. Damit können erste kleine Einsteigerprüfungen geritten werden, egal in welchem Alter oder mit welcher Pferderasse. Wie z.B. Reiterwettbewerbe in den die grundlegenden Reitfähigkeiten wie Leichttraben, Aussitzen und Galoppieren abgefragt werden. WBO-Pfüfungen können so vom Veranstalter ausgeschrieben werden wie sie die Prüfung gestalten möchten. So gibt es auch Reiterwettbewerbe ohne Galopp. Wer schon ein passendes Turnier gefunden hat, füllt einfach das Nennungsformular für WBO aus und schickt es per Post an den Veranstalter.

Das Nennungsformular WBO findet ihr hier.

Ein tolles Video dazu gibt es von der FN (Deutsche Reiterliche Vereinigung – die ist für alle Turnierreiter der erste Ansprechpartner und organisiert alles rund um das Turnierreiten) „Das Turniersystem in Deutschland“.

Wenn ihr kein Turnier bei euch am Stall/ im Verein habt, das WBO Wettbewerbe anbietet, gibt es bestimmt einen Stall oder Reitverein in eurer Nähe. Die Ausschreibung findet ihr in der Fachzeitschrift „Reiter und Pferde“, diese Zeitschrift stellt alle Turnierausschreibungen monatlich aus, daher ist sie eine Pflichtlektüre für jeden Turnierreiter, man bekommt sie in jedem gut geführtem Reitsportfachgeschäft, am Verein oder manchmal sogar an den Tankstellen/ Zeitschriftenläden. Wenn ihr diese nicht habt, könnt ihr bestimmt euren Reitlehrer oder eine Stallkollegin fragen. Sie helfen euch bestimmt gerne bei eurem ersten Turnierstart. Manche Vereine veröffentlichen ihre Ausschreibung auch auf der Internetseite. Reine WBO-Turniere werden oft nur an den Nachbarställen ausgehangen.

Wer in Prüfungen im LPO Bereich starten möchte, braucht ab da eine Jahresturnierlizenz. Einsteiger können am Anfang eine Schnupperlizenz beantragen. Das geht auf der Seite der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN). Wer die Schnupperlizenz beantragt wird in die Leistungsklasse 0 eingestuft und darf somit an Dressur- und Springprüfungen der Klasse E (E= Einsteiger) teilnehmen. Anders als bei den WBO Wettbewerben wird hier nicht mit dem Nennungsformular gearbeitet. Es läuft alles nun über die NennungOnline Seite der FN, zu finden unter fn-neon. Ein kurzes Lehrvideo findet ihr unter dem Titel „Der Turnierreiter“.

Euer Pferd muss natürlich auch als Turnierpferd gemeldet werden. Wichtig hierbei sind vor allem die nötigen Impfungen. Darüber informiert ihr euch am besten bei eurem Tierarzt. Er weiß genau wann euer Pferd geimpft werden muss und welcher Impfschutz notwendig ist. Das Eintragen eures Pferdes oder Ponys läuft wieder über die FN. Auf der Internetseite findet ihr die entsprechenden Formulare. Das alles wird euch hier in diesem Video über „Das Turnierpferd“ erklärt.

Wenn das alles erledigt ist, kann es fast schon los gehen. Das richtige Turnier muss aber noch gefunden werden. Wie bei den WBO Turnieren befindet sich die Ausschreibung in der „Reiter und Pferde“. Wer sich unsicher ist welches Turnier in seiner Nähe stattfindet, kann mit der Turniersuche auf der FN NeOn Seite fündig werden. Leichter für Anfänger ist es sich mit erfahrenen Turnierreitern zusammen zusetzen oder mit dem Reitlehrer darüber zu sprechen. Habt ihr ein passendes Turnier gefunden, müsst ihr in der Ausschreibung nach einer passenden Prüfung für euch suchen. Habt ihr eine Prüfung, die ihr Reiten möchtet, müsst ihr auch darauf achten das ihr Startberechtigt seid. Passt hierbei auf, ob euer Pferd zugelassen ist, ihr das richtige Alter und die richtige Leistungsklasse habt. Nun steht der Nennung nichts mehr im Wege. Ein Turnierstart muss rechtzeitig gemeldet werden. Der Nennschluss steht bei jedem Turnier bei NeOn bei. Ein Video mit Erklärung findet ihr hier.
Mehr zu dem Nennen mit NennungOnline findet ihr hier.

Nun ist es endlich soweit. Das erste Turnier ist genannt. Eine Zeiteinteilung findet ihr immer spätestens eine Woche vor dem Turnier auf der NeOn Seite. Dort könnt ihr auch in der Teilnehmerliste sehen welche Kopfnummer euer Pferd hat und welche Prüfung ihr genannt habt. Ein paar Punkte müssen nun noch beachtet werden. Der Pferdepass muss immer mit geführt werden. Dort stehen die Impfungen, die ein Tierarzt auf dem Turnier kontrollieren kann, abgesehen davon darf kein Pferd ohne Equidenpass transport werden!

Das richtige Turnieroutfit ist auch erforderlich. Wer wissen möchte, was genau Pflicht ist, findet es in unserem Artikel über die Ausrüstung des Reiters . Im letzten Abschnitt behandeln wir in dem Blogeintrag vom 03.12.2015 die korrekte Turnierkleidung.
Auf euer erstes Turnier begleitet euer Reitlehrer oder ein erfahrener Reiter euch sicher gerne. Traut euch ruhig zu Fragen. Manche Vereine, mit Reitunterricht, bieten ihren Schülern auch die Möglichkeit mit den Vereinspferden erste Turniererfahrungen zu sammeln.

Klärt am besten im Vorfeld wie ihr zum Turnier kommt (Auto und Anhänger), wer euch begleitet und dass die Ausrüstung für euch und euer Pferd korrekt und griffbereit ist. Kopfnummern werden gerne vergessen, am besten macht ihr euch vorher eine Checkliste was alles mitgenommen werden muss. Am Tag des Turniers müsst ihr euch in der Meldestelle abhaken lassen. Somit erklärt ihr eure Startbereitschaft, d.h. dass ihr wirklich an der Prüfung oder dem Wettbewerb teilnehmt. Wann ihr euch spätestens abhaken lassen müsst, steht auf der Zeiteinteilung. Wenn ihr nachmittags eine Prüfung reitet, kann es nicht schaden vorher in der Meldestelle anzurufen und nach Zeitverzug zu fragen oder ob eine Prüfung vorgezogen wurde. So erspart ihr euch unnötiges Warten oder Zeitdruck.
Zum Schluss gibt es noch ein kleines Video von der FN mit einer Checkliste was ihr am Turniertag benötigt.

Wir hoffen, dass wir euch ein wenig die Angst nehmen konnten vor eurem ersten Turnier. Auf den ersten Blick wirkt das System sehr schwierig und kompliziert. Es ist keine Schande sich dabei Hilfe zu holen. Wir haben alle mal angefangen 😉
Wir wünschen viel Glück, Erfolg und vor allem Spaß bei euren Turnieren! 🙂

Die fröhliche Turniereiterin Tanita Schwerdt ist seit August 2015 dabei. Im Stall aufgewachsen, weiß sie genau was benötigt wird. Egal ob für Pferd oder Reiter. Sie bringt jeden Tag gute Laune mit und ist für alle Aufgaben schnell zu begeistern.
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