Thermografie bei Pferden

Wer von Euch Pferdebesitzern und Reitern hat schon mal Erfahrung mit der Thermografie beim Pferd gemacht?
Da ich dieses Thema sehr spannend finde und auch selber schon mal einen Infoaustausch dazu gehört und life am Pferd miterlebt habe, möchte ich euch hier eine Pferdethremografin und ihre Arbeit vorstellen.

Ich persönlich denke, dass man mit der Thermografie, in Zusammenarbeit mit einem Tierarzt, viel erreichen und Diagnosen besser stellen kann. Die Thermokamera hilft oft weiter bei Verdacht-Diagnosen.
Aber wie funktioniert Thermografie, was ist das und was kann man damit erreichen?
Jeder Körper mit einer Temperatur oberhalb des absoluten Nullpunktes sendet Wärmestrahlung aus. Eine Wärmebildkamera wandelt heutzutage die für das menschliche Auge unsichtbare Wärmestrahlung (Infrarotlicht) eines Objektes oder Körpers auch aus größerer Entfernung mit Hilfe von Spezialsensoren in elektrische Signale um, die durch Computer leicht verarbeitet werden können. Dadurch ist der Temperaturmessbereich (Dynamikumfang) deutlich ausgeweitet worden, zudem lassen sich winzige Temperaturunterschiede feststellen. Heutzutage wird Thermografie meist als Synonym für die Infrarotthermografie verwendet.

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Die Thermografie (Wärmebildaufnahmen) ist eine kostengünstige Möglichkeit eine Bestandsaufnahme des gesamten Pferdes durchzuführen. Als ganzheitliche Untersuchungsmethode ist sie zur Diagnostik, sowie Sattel – und Trainingskontrolle anwendbar. Vor allem bei unklaren Lahmheiten gibt die Thermografie Aufschluss über die geringsten Anzeichen von Entzündungsprozessen und hilft dabei, diese zu lokalisieren. Muskel &  Bänderbeschwerden oder Gelenkserkrankungen können ebenfalls thermografisch ermittelt werden.

Auch Ergänzend zur Ankaufsuntersuchung macht ein thermografischer Check-up Sinn, denn wer viel Geld für den Pferdekauf ausgibt, sei es denn um damit zu züchten, das Pferd als Freizeitpartner zu halten oder es sogar im Sport einzusetzen, der möchte sichergehen das dieses auch wirklich topfit und gesund ist.

Wir haben eine junge Dame kennengelernt, die sich auf Thermografie bei Pferden spezialisiert hat. In Ihrer Arbeit als Ingenieurin hat sie bereits vielfältige Erfahrungen in dem Bereich Thermografie sammeln können und entdeckte früh die multiplexen Anwendungsmöglichkeiten.
Als Pferdebesitzerin und langjährige Reiterin interessierte sie sich vor allem für den Einsatz in der Diagnostik bei Problemen am Pferd. Momentan durchläuft sie eine Zertifizierung zur Pferdethermografin beim deutschen Zentrum für equine Thermografie.
Mit ihrer mobilen Wärmebildkamera ist sie meist in der Umgebung um Iserlohn (Märkischer Kreis) unterwegs und hilft Pferdebesitzern und Pferden mit diesem bildgebenden Verfahren „Licht ins Dunkle zu bringen“. Außerdem erstellt Alexandra eigene Studien rund um das Thema Pferdethermografie.
„In Amerika ist das Verfahren schon weiter fortgeschritten als hier, dort ist es meist üblich zuerst einen Thermografen das Pferd komplett untersuchen zu lassen und die thermografisch auffälligen Stellen dann durch einen Veterinär näher zu untersuchen. Die Thermografie sehe ich dazu als erstes Glied in der Diagnostik, eine einfache und recht kostengünstige Alternative eine Bestandsaufnahme des gesamten Pferdes zu erhalten“, erzählt sie und weist darauf hin, dass das Verfahren komplett stressfrei und ohne Risiken für das Pferd ist.

Unbedingt beachten sollte man folgendes:
Untersuchung in geschlossenem Raum ohne direkte Sonneneinstrahlung und ohne Zugluft.
• Raumtemperatur optimal bei 20°C (max. 30°C, Pferd darf nicht schwitzen)
• Decken, Bandagen oder sonstige Auflagen müssen mindestens 30 min vor der Untersuchung entfernt worden sein.
• Keine Sedierung vornehmen (Veränderung der peripheren Zirkulation)
• Keine Manipulationen vor der Untersuchung vornehmen
• Lokale und intramuskuläre Injektionen, Anästhesien, Einreibungen und andere therapeutische Maßnahmen sind oft noch einige Tage später nachweisbar
• Keine Belastung vor der Untersuchung
• Nachuntersuchung nach Belastung im Sinne einer Provokation von Wärmeentwicklung an reaktiven Orten und Vergleich mit Situation vor Belastung
• Symmetrie ist wichtig zur Beurteilung, immer beide Körperseiten vergleichen
• Geschorene Körperflächen erscheinen wärmer

Wer sich über Ihre Arbeit informieren möchte und einige interessante Beispiele sehen mag, der kann auf Ihrer Facebookseite stöbern:
Horse Therm – Pferdethermografie oder hier: http://horsetherm.jimdo.com/

Hier haben wir ein paar Bilder von verschiedenen Körperpartien zusammengestellt.

Sehnenschaden Sehnenschaden

Gelenkchip Gelenkchip
Entzündetes Fesselgelenk und thermografisch auffällige Ballengrube hinten rechts in Folge eines Gelenkchips. Dieses Pferd war seit dem Kauf immer mal wieder unspezifisch lahm, der Tierarzt fand soweit nichts, beide Vorderbeine und der Rücken wurden geröngt. Nach der thermografischen Komplettuntersuchung und Auswertung der Bilder war das hintere rechte Bein stark auffällig (rot und gelb steht für erwärmte Bereiche – türkis und violett für kältere), nach Röntgen dieses Bereiches wurde ein Gelenkchip diagnostiziert.

RückenThermografie Rücken
Alexandra Groß: Ich arbeite grade an einer internen Studie um mich weiter zu bilden zum Thema „Kissing Spines und deren thermografische Diagnostik“. Dazu thermografiere ich Pferde, die diese Diagnose bereits haben kostenlos und werte die Thermogramme aus

Fehlstellung&leichte Entzündung Beugesehne Fehlstellung & leicht entzündete Beugesehen
Durch eine Fehlstellung des vorderen linken Hufes wurde die oberflächliche Beugesehne gereizt. Thermografisch ist dieses leicht zu erkennen indem sich ein Temperaturmuster an der Sehne abzeichnet mit einem Temperaturunterschied der beiden Sehnen vorne. Hier wird bildlich gemacht wie wichtige der Faktor der Hufkorrektur durch einen ausgebildeten Schmied ist. Auch eine regelmäßige thermografische Überwachung macht in so einem Falle Sinn, denn bereits die kleinsten Anzeichen einer Überbelastung kann man mithilfe der Wärmebildkamera sichtlich machen.

Sie ist das Herz von Horseland, mit viel Liebe und vor allem jahrelangen Erfahrung führt sie erfolgreich ihr Reitsportgeschäft. Sie selbst reitet seit 23 Jahren, besitzt zwei Pferde, um die sie sich, neben zwei Katzen und ihrer geliebten Jill, einer Straßenhündin – die sie aus dem Tierheim gerettet hat – fürsorglich kümmert. Ihre Devise lautet: „Erst das Pferd, dann der Reiter“
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