Salz in der Pferdefütterung – wichtig!

Oft unterschätzt; Pferde brauchen dringend Salz. Auch bei geringer Arbeit braucht ein Reitpferd bis zu 10g täglich. Einen Teil davon entnimmt es aus dem Rau- und Kraftfutter. Der Rest muss über Lecksteine zu gefüttert werden. Denn ein Mangel an Natriumchlorid (Salz) führt zu Schwäche und Lustlosigkeit. Eine permanente Unterversorgung an Salz führt zu Durstlosigkeit und schlechter Verdauung.

Salz – das weiße Gold

Das weiße Gold der Erde ist eine Verbindung aus positiv geladenen Natrium- und negativ geladenen Chlorid-Ionen. Das nach dem Wasserentzug vorliegende Natriumchlorid ist bekannt als Kochsalz und gehört zu den wichtigsten Mineralstoffen in der Pferdefütterung. Salz sollte stets zur Verfügung stehen, denn es reguliert die Körperflüssigkeiten. Auch der Informationsaustausch zwischen den Körperzellen erfolgt fast immer unter Beteiligung von Natrium.
Darüber hinaus ist der Nährstoff Salz bei der Entstehung von elektrischen Impulsen in den Nervenbahnen sowie der Kontraktion (Anspannung) und Relexation (Entspannung) der Muskulatur erforderlich.
Laut Studien beträgt allein der Erhaltungsbedarf für ein 500kg Pferd 10g pro Tag. Bei stark arbeitenden Pferd und laktierenden Stuten ist der Salzbedarf deutlich höher. Eine erkennbare Schweißbildung unterstellt, die nicht selten bereits durch leichte Arbeit in den schnelleren Grundgangarten erreicht wird, erhöht den Bedarf des Pferdes um bis zu 50% im Vergleich zu einem Pferd im Ruhestand.

Natürliche Bedarfsdeckung an Salz

Eine natürliche Bedarfsdeckung an Salz ist daher nahezu unmöglich. Denn unsere herkömmlichen Futtermittel, wie zum Beispiel Weidegras, enthalten nur geringe Mengen Natrium. Auch im industriell gefertigten Pferdefutter ist häufig nur eine Gesamtmenge von nicht mehr als 0,5% bis 1% an Natriumchlorid vorhanden. Üblicher wird daher den Pferden gerne Salz in Form eines Salzlecksteins angeboten. Mittlerweile geht der Trend stark in Richtung Steinsalz, in Form eines Bergkerns, welches als naturbelassenes Ursalz direkt aus den Salzbergwerken gewonnen wird (Himalaya-Salz).
Der klassische Würfelblock besteht hingegen aus Siedesalz. Stark in Vergessenheit geraten ist die Verwendung von losem Viehsalz in der Pferdefütterung obwohl der Einsatz dieses grobkörnigen, denaturierten Natriumchlorids die Kontrolle des Salzkonsums noch am leichtesten ermöglicht.
Mittlerweile bedienen sich auch nur noch wenige Heuproduzenten eines uralten Tricks, indem sie das Viehsalz über die frisch gepressten Ballen streuen. Diese tolle Maßnahme zieht nicht nur Restfeuchte aus dem Heu, sondert liefert bei der späteren Verfütterung zusätzliche Elekrolyte.
In der freien Wildbahn haben Pferde die angeborene Fähigkeit, ihr Natriumchloridgleichgewicht im Körper zu regulieren. Pferden in menschlicher Obhut ist dies nicht möglich.. Ihnen sollte daher Salz ad libitum zur Verfügung stehen – nicht nur im Stall, auch auf der Weide und auf dem Paddock!

 

Mehr Salz für Sportpferde

Im Sport eingesetzte Pferde, aber auch Arbeitstiere in der Land- und Forstwirtschaft können die 8-9fache Menge an Salz verlangen. So Ergebnis einer Forschungsarbeit des US-amerikanischen National Research Council.
Ein Distanzpferd kann durchaus 25L Schweiß während eines 160-km-Rittes verlieren. Im Schweiß sind große Mengen Elektrolyte gebunden. Elektrolyte sind Stoffe, die in wässriger Lösung elektrischen Strom leiten können. Sie kommen sowohl als positiv als auch negativ geladene Teilchen (Ionen) vor. Wichtige Vertreter sind zum Beispiel Kalium, Natrium, Kalzium und Magnesium. Elektrolyte sind Stoffe (Salze, Basen, Säuren), die in wässriger Lösung in positiv oder negativ geladene Teilchen (Kationen oder Anionen) zerfallen. Die Zusammensetzung der Elektrolyte in verschiedenen Bereichen des Körpers, also innerhalb und außerhalb einer Zelle, ist genau austariert. Verändert sie sich, kann die Zelle ihre Funktion nicht mehr ausüben und gegebenenfalls nicht überleben.
Prof. Dr. Coenen erklärt in dem Buch „Pferdefütterung“ (Link siehe unten) dass bereits 10L Schweiß 100g Salzverlust bedeuten.. Diese durch das Schwitzen entstandenen, oftmals nicht unerheblichen Verluste an Natrium, Chlorid und anderen wichtigen Mineralien sind dann über die klassische Grundversorgung schwierig auszugleichen. Bei starker Schweißbildung im Training oder beim Wettkampf helfen weder Salzleckstein noch das im Pferdefutter üblicherweise enthaltene Salz. Salzverluste in dieser Größenordnung sollten am besten mit Hilfe von losem Salz über mehrere Tage hinweg abgedeckt werden.
Aber nicht nur intensive Bewegung, auch eine hohe Temperatur sowie hohe Luftfeuchtigkeit steigern die Nachfrage nach Salz. Werden die durch Schwitzen verlorenen Elektrolyte nicht ersetzt, können Abgeschlagenheit, mangelnde Leistungsfähigkeit, Muskelschwäche und im schlimmeren Fall zittern und eine reduzierte Wahrnehmung von Außenreizen beim Pferd auftreten.
Elektrolyte unterstützen eine schnelle Regeneration durch schnell verfügbare Elektrolyte in Kombination mit speziellen Vitaminen und organisch gebundenen Spurenelemente. Durch die schnell und unkomplizierte Zufütterung können Mängel vermieden werden und das Pferd schnell mit Nährstoffen versorgt werden. Turnierreiter sollten unserer Meinung nach stets eine Dose/ Flasche Elektrolyt bei sich haben. Elektrolyte gibt es in der flüssigen Form aber auch in Pulverform.

Salzmangel

Salzmangel entsteht häufig, neben hohem Schweißverlust, dadurch dass den Tieren kein Zugriff auf dieses Mineral gegeben wird und sich dieser Zustand der Unzulänglichkeit über einen Zeitraum von mehreren Wochen oder Monaten erstreckt. Pferde mit einem Salzmangel entwickeln nicht selten einem abnormalen Appetit und lecken an allen Objekten, die auch nur geringste Spuren von Salz aufweisen. So können die Aufnahme von erde oder das Abknabbern von Baumrinde Anzeichen dafür sein. Wird Salzmangel nicht korrigiert, können Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Schwäche, vermindertes Wachstum bei jungen Pferden, und Dehydrierung die Folge sein.Daher gehört in jede Pferdebox ein Salzleckstein.

 

Himalaya Salzlecksteine – woher eigentlich?

Himalaya-Salz ist sehr im Trend. In den meisten Boxen oder Futtertrögen hängen oder liegen mittlerweile die rosafarbenen Steinblöcke. Das Himalaya Salz stammt größtenteils aus dem Norden Pakistans, der sogenannten „Salt Range“, einer 200km langen und 10 bis 20km breiten Gebirgskette am Fuße des Himalayas. Dort befinden sich die größten Salzbergwerke der Welt. Pakistan exportiert mehrere 10 Tsd. Tonnen des Salzes jährlich. Kenner loben das Salz, da es sehr wertvolle Mineralstoffe enthält. Zudem ist es – im Gegenteil zu in Salinen oberirdisch gewonnenem Meersalz – frei von Verschmutzungen der heutigen Meere. Denn die Blöcke werden im Berginneren abgebaut.


Das Steinsalz ist ein Überbleibsel der Ur-Meere, die zu jener Zeit weite Teile der Erde bedeckten. Der natürliche Klimawandel ließ das Wasser verdunsten, das Salz blieb und lagerte sich ab. Im Laufe der Erdgeschichte gelangte das Steinsalz unter die Erde und wurde von anderen Gesteinsschichten überlagert, so dass es heute untertage abgebaut werden muss. Aber nicht nur in Pakistan gibt es Salzbergwerke. Auch im österreichischen Salzkammergut werden Blöcke aus Alpensteinsalz abgebaut, ebenso in Thüringen und Sachsen. Im Gegensatz zu den Himalaya-Salzsteinen ist das Alpensalz bzw. deutsche Steinsalz meist grau-bräunlich gefärbt.

 

Ihr Lieben, wir hoffen dass euch der Artikel gefallen hat und hoffen dass ihr stets darauf achtet dass euer Liebling genug Salz bekommt … Wir freuen uns über zahlreiche Berichte, wie ihr das mit dem Salzleckstein handhabt… Oder füttert ihr anderweitig Salz hinzu? Lasst uns an euren Erfahrungen teilhaben und daraus lernen …

Neben dem Salz sind Futteröle sehr wertvoll für das Pferd. Schaut doch mal bei diesem interessanten Blogartikel vorbei. Denn viele unterschätzen das „Thema öl in der Pferdefütterung“ 

Hier könnt ihr Elektrolyte bestellen: http://horseland-mk.de/fuer-pferd/futterzusaetze/lexa-vital-elekrolyt-detail.html

Himalaya-Lecksteine sind hier erhältlich: http://horseland-mk.de/index.php?option=com_virtuemart&view=productdetails&virtuemart_product_id=203&virtuemart_category_id=76&Itemid=268

 

Quellen:
– Zeitschrift Reiter & Pferde in in Westfalen Ausgabe Dezember 2017
– Buch über Pferdefütterung Helmut Meyer & Dr. Manfred Coenen https://books.google.de/books?id=LhGnAgAAQBAJ&pg=PA146&lpg=PA146&dq=Dr.+Manfred+Coenen+Salz+in+der+Pferdef%C3%BCtterung&source=bl&ots=SsER1gOcPT&sig=4YZJx-TCMMf7aBpOVf8_ArGEyIU&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwj3xIq8qdzYAhVQCuwKHZpKDgYQ6AEITTAE#v=onepage&q=Dr.%20Manfred%20Coenen%20Salz%20in%20der%20Pferdef%C3%BCtterung&f=false

 

Sie ist das Herz von Horseland, mit viel Liebe und vor allem jahrelangen Erfahrung führt sie erfolgreich ihr Reitsportgeschäft. Sie selbst reitet seit 23 Jahren, besitzt zwei Pferde, um die sie sich, neben zwei Katzen und ihrer geliebten Jill, einer Straßenhündin – die sie aus dem Tierheim gerettet hat – fürsorglich kümmert. Ihre Devise lautet: „Erst das Pferd, dann der Reiter“
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