Multitalent Pferd

Unsere Pferde heutzutage sind wahre Multitalente. Freizeitpferde, Therapiepferde, Sportpferde, Freunde….es gibt viele Bezeichnungen für unsere Vierbeiner im Stall. Was aber wirklich wichtig ist, ist die vielseitige Ausbildung der Pferde. Eine solide Grundausbildung ist aber bei JEDEM Pferd für mich ein absolutes Muss. Auch wenn es „nur“ ein Freizeitpferd oder Kinderpony zum Spaß haben sein soll.


In der Vielseitigkeit ist eine Ausbildung in allen 3 Disziplinen ganz normal. Viele Pferde werden oft nur in einer Disziplin gefördert. So wird ein Pferd mit tollen Bewegungen ganz sicher dressurmäßig gefördert und nicht im Springsport. Anders herum ist es genauso. Mittlerweile möchten viele aber Dressur und Springen reiten. Im A und L Bereich finde ich es selber absolut richtig und gerade bei jungen Reitern sollte die vielseitige Ausbildung gefördert werden. Aber gibt es wirklich so wenige Pferde die Dressur und Springen gehen können?

Jeder, der einen gesunden Warmblüter hat, hat die Möglichkeit mit vernünftigem Training Dressur und Springen zu reiten. Vielseitigkeit muss ja gar nicht sein. Viele haben schon bei kleinen Sprüngen Angst und wollen dann unter keinen Umständen über feste Hindernisse. Das muss auch Niemandem peinlich sein. Oft sind es nicht die Pferde denen das Talent fehlt, sondern die Angst der Reiter zu springen oder auszureiten. Diese Probleme und Ängste kann jeder selber bekämpfen. Häufig fehlt einfach nur die Routine oder man hat schlechte Erfahrungen gemacht. Beides kann fast gleich bekämpft werden.
Wer einen ausgeglichenen und arbeitswilligen Freizeit- oder Sportpartner möchte, muss diesem etwas bieten und Abwechslung in die Arbeit bringen. Eine solide Dressurausbildung ist bei jedem Springpferd wichtig. Ohne dressurmäßige Arbeit sind enge Wendungen oder passend den Sprung anreiten gar nicht möglich. Umgekehrt kann es jedem Dressur- oder Freizeitpferd gut tun, über Stangen gearbeitet zu werden oder kleine Cavalettis zu springen. Zudem wird die Hinterhand gestärkt und der Galopp kann sich deutlich verbessern. Die Traglast wird verbessert. Dazu bringt es Abwechslung in den Trainings-Alltag.
Genau wie die Gymnastikarbeit sollten Ausritte NIE fehlen. Vorallem bergige Landschaften eignen sich perfekt als Trainingsmöglichkeit. Hoch und runter stärkt es die Muskulatur und kann sogar den Schritt verbessern. Das Gleichgewicht wird geschult und Pferd & Reiter können die Seele baumeln lassen. Auch Turnierpferde profitieren von regelmäßigen Ausflügen in die Natur. Pferde die guckig und schreckhaft sind, werden viel entspannter, da sie mehr zu sehen bekommen. Wer angst hat, kann auch erst mal führen. In einer kleinen Gruppe mit 3-4 Reitern auszureiten, kann euch auch beruhigen. So könnt ihr z.B. in der Mitte reiten, was euch Sicherheit gibt, da eurer Pferd vorne und hinten begrenzt ist. Wenn die Pferde erst mal spannig sind, ist das nicht schlimm. Nach einer bestimmten Zeit lässt das garantiert nach. Übung macht den Meister und lockert DICH und DEIN Pferd. Das selbe gilt für Stangen und kleine Sprünge. Es ist alles eine Sache der Routine. Am Anfang könnt ihr ruhig mit nur einer Stange anfangen bis ihr euch sicher fühlt.
Pferde, die beides können, sind gar nicht so selten wie viele denken. Oft fehlt einfach das richtige Training. Eine vielseitige Ausbildung kommt Pferd und Reiter zugute. Junge Vielseitigkeitspferde werden von Anfang an in allen 3 Disziplinen gefordert. Wobei die Dressur nie zu kurz kommt. Auf dem Turnier legt sie den Grundstein für das Gesamtergebnis.
Egal ob Dressur-, Spring- oder Vielseitigkeitspferd, alle müssen abwechslungsreich gearbeitet werden. Diese Pferde werden ausgeglichener und ruhiger. Profireiter wie Ingrid Klimke oder Uta Gräf machen es vor. Jedes Pferd kann ausgeritten werden und nach draußen auf die Koppel! Nur so können sie ihr volles Potenzial entfalten.
Nicht nur für die Pferde ist eine vielseitige- und abwechslungsreiche Ausbildung und Förderung gut. Gerade Kinder und Jugendliche profitieren ebenfalls davon. Sie sind sattelfester, können sich besser ausbalancieren und sind nicht in einer Disziplin „fest gefahren“. Auch der Sitz ist deutlich besser. Zu dem müssen sie sich nicht festlegen ob sie nur Dressur oder nur Springen reiten wollen.
Unsere heutigen gezüchteten Warmblüter, sind alle in der Lage eine A-Dressur und ein A-Springen zu gehen. Es ist keine Zauberei und diese Pferde gibt es auch häufiger als man denkt. Es ist keine Nadel im Heuhaufen. Mit einem abwechslungsreichen Training gelingt es Pferd und Reiter. Ein weiterer Vorteil ist, dass ihr mit eurem Pferd eine viel bessere Einheit bildet.
Und kann man nicht wirklich Stolz auf sich und sein Pferd sein, wenn man es schafft, in Dressur und Springen eine Schleife mit nach Hause zu bringen?
Für Turnierreiter kann ich kombinierte Prüfungen empfehlen. In diesen wird erst eine normale Dressurprüfung geritten und im Anschluss müssen (meistens) 4 kleine Sprünge überwunden werden. Die Sprünge sind häufig kleiner als ein normales Springen in der Klasse. Ich reite kombinierte Prüfungen sehr gerne, da mein Pferd in der Dressur häufig sehr kribbelig ist. Mit der Dressur wird auch hier der Grundstein für die Note gelegt, kann aber durch das Springen noch verbessert oder verschlechtert werden. Für junge Pferd, die noch nicht auf vielen Turnieren waren, ist es auch eine tolle Alternative. Eine tolle Prüfungsidee, die meiner Meinung nach viel öfters angeboten werden sollte!!! Dressurreiter können sich an kleinen Sprüngen das erste Mal versuchen und müssen nicht direkt einen ganzen Parcour reiten. Springreiter haben die Möglichkeit durch die Sprünge ihre Note zu verbessern und zu zeigen das auch ein Springpferd eine Dressurprüfung gehen kann 😉 

Mit diesem Blogbeitrag möchte ich euch nur mal zum Nachdenken anregen. Vielleicht finden ein paar Leute so den Mut sich an Stangen und kleine Sprünge heran zu trauen. Oder fangen an, ihre Vierbeiner rauszustellen? Ihr braucht wirklich keine Angst zu haben und selbst wenn, ihr werdet sehen dass es wirklich nicht schlimm ist. Kleine Schritte bringen euch an euer Ziel.

Abgesehen von der Vielseitigkeit im Sport, ist das Pferd nicht nur ein Sportgerät für uns. Wie oft passiert es, dass wir schlecht gelaunt zum Pferd fahren und mit einem Lächeln wieder zurück!? Anders kann es auch kommen, wenn wir wirklich schlechte Laune haben und diese auf unserer Pferd übertragen. Dann wird ein schlechter Tag noch schlechter für uns. Dabei spiegelt unser Pferd uns nur wieder. Anders rum kann und sollte es aber laufen. Wir kommen gut gelaunt zum Stall und das Pferd hat tatsächlich schlechte Laune. Ja, immer wieder stellen wir aufs Neue fest, dass unser Partner Pferd auch seine eigene Laune hat. Ob albern, zickig oder faul, wie wir Menschen können Tiere auch ihre Launen haben. Vor allem das finde ich, macht unser Hobby so besonders. Wir arbeiten mit einem Lebewesen zusammen, welches jeden Tag anders gelaunt ist. Zum Glück (für uns) haben unsere Pferde meistens bessere Tage und ärgern sich nicht wie wir über jeden und alles.

Wer von euch bildet sein Pferd denn schon abwechslungsreich und vielseitig aus? Wie wichtig ist es euch, dass ihr ausreitet und euer Pferd auf die Wiese kommt?

Sie ist das Herz von Horseland, mit viel Liebe und vor allem jahrelangen Erfahrung führt sie erfolgreich ihr Reitsportgeschäft. Sie selbst reitet seit 23 Jahren, besitzt zwei Pferde, um die sie sich, neben zwei Katzen und ihrer geliebten Jill, einer Straßenhündin – die sie aus dem Tierheim gerettet hat – fürsorglich kümmert. Ihre Devise lautet: „Erst das Pferd, dann der Reiter“
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